Preissteigerungen
Höchste Zeit, dass sich was tut
Der Heizölpreis verdoppelt sich binnen eines Jahres. Die Teuerungsrate in Deutschland springt über die Marke von fünf Prozent. Zeit, dass sich was tut.
Genau 5,2 Prozent Inflation – das ist ein Schlag ins Kontor, besonders für Menschen mit wenig Geld, die in der Regel einen größeren Anteil ihres Einkommens für die Lebenshaltung ausgeben müssen: Alte und Alleinerziehende zum Beispiel. Es trifft aber auch die Mittelschicht, wo Löhne und Gehälter erodieren. Selbst diejenigen, die tarifvertraglich und damit meist besser bezahlt werden als andere Arbeitnehmer, müssen im laufenden Jahr einen Reallohnverlust von 1,4 Prozent hinnehmen, weil die Inflation schneller steigt als die Löhne und Gehälter.
Nun ist es an der Zeit, die Zinswende einzuleiten. Zudem kann man die für Beschäftigte so wertvolle Tarifbindung dadurch stärken, dass öffentliche Aufträge nur noch an Firmen gehen, die Tarife zahlen. Und schließlich müssen die Regelsätze in der Grundsicherung angehoben werden. S soll es zum Jahreswechsel drei Euro mehr Hartz IV geben. Das ist keine Anhebung der Leistung, sondern de facto eine Kürzung.
Natürlich ist es wichtig, die Inflation nicht durch überzogene Forderungen anzuheizen. Aber das tun die Gewerkschaften auch nicht. Sie verhalten sich aktuell sehr moderat. Ein Inflationsausgleich aber muss sein. Das gilt umso mehr, als Corona und die anlaufende Transformation den Menschen sehr viel abverlangen: Weitere Kostensteigerungen sind schon programmiert.
@ Den Autor erreichen Sie unter mantel@zgo.de