Klare Kante
Ein Nordlicht als Hoffnung
Auf unserem Online-Auftritt veröffentlichen wir an sechs Tagen pro Woche eine Kolumne. Donnerstags gibt es klare Kante.
Herausstellung ihrer Wirtschaftskompetenz und mehr Einfluss von Frauen in Spitzenpositionen: Diesen beiden Zielen der Union zur Regeneration in der Opposition könnte die Partei am kommenden Samstag mit einer Wahl der ostfriesischen Abgeordneten Gitta Connemann zur Vorsitzenden der Mittelstands-und Wirtschaftsunion (MIT) entsprechen. Die bei der Bundestagswahl zum sechsten Male direkt wiedergewählte Parlamentarierin würde damit Nachfolgerin von Carsten Linnemann, der nach acht Jahren an der Spitze der mit 25.000 Mitgliedern außerordentlich einflussreichen Vereinigung nicht wieder antritt.
Karriereschub für Gitta Connemann
Connemann steht vor einer harten Kampfabstimmung mit ungewissem Ausgang, wenngleich sie Insider bei dem unter dem Motto „Neustart“ stehenden digitalen Treffen von 500 Delegierten knapp in Führung sehen. Ihr Konkurrent ist der vom Landesverband Nordrhein-Westfalen vorgeschlagene und vom dortigen Ministerpräsidenten Henrik Wüst stark protegierte Düsseldorfer Bundestagsabgeordnete Thomas Jarzombek, der bisherige Beauftragte des Bundeswirtschaftsministers für Start-ups und Beauftragte der Bundesregierung für Luft-und Raumfahrt. . Er hat sich vor allem als digitalpolitischer Sprecher des Mittelstands profiliert.
Connemann, von ihrem hessischen Fraktionskollegen Klaus Peter Willsch als „Nordlicht der Hoffnung“ etikettiert, stünde mit ihrer Wahl vor einem starken Karriereschub. Als ministrabel galt die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion schon lange. Der Regionalproporz mit der starken Repräsentanz von der inzwischen zur Chefin der EU-Kommission avancierten Niedersächsin Ursula von der Leyen dürften Connemanns Aufstieg ins Kabinett ebenso beeinträchtigt haben wie ihre oft ebenso selbstbewussten wie eigenwilligen Positionen in Grundsatzfragen. So stimmte sie sowohl gegen die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns wie den Atomausstieg. Für die MIT Niedersachsen gilt sie als „Top-Besetzung“
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