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Jutta Düßler leitet Bücherei in Barßel
Seit 130 Jahren gibt es in Barßel die Bücherei der katholischen Pfarrgemeinde. Seit 2006 war sie von Ursula Kruckemeyer geleitet worden. Die hört nun auf. Doch die Nachfolge ist gut geregelt.
Barßel - Seit mehr als 130 Jahren gibt es die Katholische Öffentliche Bücherei Barßel. Dieser Zeitraum bedeute aber auch 130 Jahre Ehrenamt, sagt die bisherige, langjährige Leiterin des Barßeler offenen Bücherschrankes, Ursula Kruckemeyer. Seit 2006 war sie zusammen mit einem Team verantwortlich für Barßels Bücherfreunde. Doch damit ist nun Schluss: Die 73-Jährige hört aus gesundheitlichen Gründen auf. „Ich gehe eher mit einem weinenden Auge, denn die Arbeit hat mir sehr viel Spaß gemacht. Der Bücherei werde ich aber erhalten bleiben“, versichert die Scheidende.
„Es ist schade, dass Ursula geht. Sie war als Einkäuferin für Bücher und Schreibwaren vom Fach“, sagt Jutta Düßler, die seit mehr als 20 Jahren zum Team gehört und nun von Kruckemeyer die Leitung übernimmt. Natürlich werde man auch weiterhin mit einer Mannschaft die Barßeler Bücherei führen. Zum Team gehören Monika Wallschlag, Margret Wies und neuerdings auch Sandra Grimm. Über den Zuwachs von Grimm, die in Nordloh aufwuchs und nun in Barßel-Neuland lebt, freut sich Düßler besonders. Die Ammerländerin ist Kinderbuchautorin und dadurch eine Bereicherung in der Bücherei. „Ihre Arbeit wird schwerpunktmäßig der Nachwuchs sein“, so Düßler. Spontan spendete Grimm 25 Kinderbücher.
Mehr Helfer wären wünschenswert
Froh wäre man, wenn sich noch mehr Ehrenamtliche für Barßels Bücherei fänden. Dabei setzt die neue Leiterin vor allem auf die Jugend. Ein erster Schritt dazu könnte die Sanierung der Bücherei sein. Die wird im kommenden Jahr von der katholischen Kirchengemeinde St. Ansgar als Träger vorgenommen. Nach dem Umbau erwarte die Leser ein Ambiente, das Lust auf Lesen mache, kündigt Düßler an.
Wenngleich die Bücherei in Trägerschaft der Kirche ist, ist sie offen für Menschen jeden Glaubens. Wegen der Sanierung wurde aussortiert. 500 Bücher wurden auf einem Flohmarkt verkauft. Von dem Erlös wurden für die Kinder 30 neue Tonies gekauft. Mittlerweile hat man einen Bestand von 80 Stück. Die mögen auch ein Grund dafür gewesen sein, dass man trotz Corona in der letzten Zeit eine gute Auslastung hatte. „Viele Eltern mit Kinder griffen wieder zum Buch“, so die 62-jährige Düßler. Leider fielen Aktionen wie Basteln und Vorlesen aus.
Interimsdomizil noch offen
Wo man während der Umbauphase bleibt, ist noch nicht entschieden. Rund 4400 Bücher müssen irgendwo untergebracht werden. Ob es das Pfarrheim sein wird, ist noch offen. Ab dem Jahreswechsel wird man auch enger mit den Büchereien in Harkebrügge und Elisabethfehn zusammenarbeiten.