Sanierung

Kindergarten-Sanierung: Landkreis sieht sich nicht zuständig

Nikola Nording
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Von Nikola Nording
| 02.12.2021 12:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Am Kindergarten Loga wird derzeit saniert. Während der Arbeiten wurde klar, es wird teurer. Foto: Nording/Archiv
Am Kindergarten Loga wird derzeit saniert. Während der Arbeiten wurde klar, es wird teurer. Foto: Nording/Archiv
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Der Kindergarten Loga braucht für eine Sanierung mehr Geld als erwartet. Die Stadt sieht sich nicht mehr in der Pflicht und der Landkreis fühlt sich nicht zuständig. Jetzt fehlt Geld.

Leer - Wieder eine Absage für den Kindergarten Loga. Die Kindertagesstätte erneuert derzeit ihr Hauptgebäude. Weil das Haus an der Straße Hoher Weg noch stärker als angenommen saniert werden muss, bat der Kindergarten, der vom evangelisch-lutherischen Kindertagesstättenverband betrieben wird, zunächst die Stadt Leer um die Aufstockung der Mittel um 100.000 Euro. Doch der nicht öffentlich tagende Verwaltungsausschuss der Stadt lehnte ab und verwies auf den Landkreis Leer. Nun gab es hier die nächste Abfuhr: „Der evangelisch-lutherische Kita-Verband hat sich vorletzte Woche unter Hinweis auf den Beschluss an uns gewandt. Aktuell ist die Stadt noch zuständig. Es müssen also Gespräche mit der Stadt und dem Kita-Verband geführt werden“, teilte Landkreis-Sprecher Philipp Koenen auf Nachfrage mit.

Hintergrund dieser Auseinandersetzung ist die Entscheidung der Stadt Leer, den Betrieb aller Kindertagesstätten an den Landkreis zurückzugeben. Weil sich Stadt und Landkreis nicht auf die Finanzierung des Betriebes der Kindertagesstätten einigen konnten, hat die Stadt Konsequenzen gezogen. Sie hat die Vereinbarung mit dem Landkreis gekündigt, wonach sie die Kinderbetreuung für den Kreis übernimmt. Ab August 2022 wäre danach wieder der Landkreis zuständig.

Umbau läuft

Den Umbau des Kindergartens in Loga, der vom evangelisch-lutherischen Kindertagesstättenverband betrieben wird, ist im vollen Gang und war dringend nötig. Bereits 2019 hatte der Verband in den politischen Gremien der Stadt über den umfangreichen Sanierungs- und Erweiterungsbedarf informiert. Bei den Arbeiten an dem historischen Gebäude ist nun allerdings deutlich geworden, dass die angesetzten 925.000 Euro Baukosten nicht ausreichen werden.

Die Stadt unterstützt den Kindergarten derzeit mit 509.000 Euro, eine Förderung in Höhe von 341.000 Euro gibt es zudem vom Land. Der Landkreis unterstützt die Maßnahme mit 75.000 Euro. Die Landes- und Landkreismittel sind gedeckelt.

Kredit aufnehmen

Nun hoffte der Kindergarten, zusätzliche Mittel von der Stadt zu bekommen. Die lehnte ab. Die Kita wendete sich daher an den Landkreis, der sich ebenfalls nicht zuständig fühlt. Nun bleibt dem Kindertagesstättenverband nur die Option, einen eigenen Kredit aufzunehmen, sollte es zu keiner Einigung zwischen Landkreis und Stadt kommen.

Der Verband sieht die Situation allerdings entspannt: „Grundsätzlich arbeiten wir sowohl mit dem Landkreis als auch der Stadt gut zusammen und sind zuversichtlich, dass es zeitnah eine Einigung über die Finanzierung geben wird“, teilt Jens Eden, Betriebswirtschaftliche Geschäftsführung des

Ev.-luth. Kindertagesstättenverband Emden-Leer-Rhauderfehn im Fachbereich Kindertagesstätten, mit. Immerhin: Die Hängepartie wirkt sich seiner Kenntnis nach nicht auf Kinder, Eltern oder Mitarbeitende negativ aus.

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