Fußball
André Haak ist mit drei Toren der Derbyheld
Der TSV Ostrhauderfehn gewann das Fehntjer Derby bei TuRas U23 mit 3:2 – dank Dreifachtorschütze André Haak. Eine Aussage des gegnerischen Trainers war für den TSV eine große Motivation.
Westrhauderfehn - So eng liegen manchmal Glück und Pech beieinander: Während die Spieler des TSV Ostrhauderfehn den 3:2-Derbysieg gegen TuRa 07 Westrhauderfehn II am Freitagabend so richtig auskosteten, waren die Gastgeber des Punktspiels in der Fußball-Ostfrieslandliga, Staffel II, untröstlich. „Wir haben den Derbysieg bis 22.45 Uhr in der TuRa-Kabine gefeiert“, schrieb Martin Schmidt in einer WhatsApp-Nachricht. „Ich habe mich von der Mannschaft verabschiedet und mich für die super Zusammenarbeit bedankt“, so Schmidt. Unter seiner Regie als Interimstrainer holte die Mannschaft aus zwei Spielen zwei Siege. Die Chancen auf das Erreichen der Aufstiegsrunde haben sich nun deutlich verbessert. Nach der Winterpause wird der TSV Ostrhauderfehn einen neuen Trainer bekommen. Wer das sein wird, steht noch nicht fest.
Keinesfalls zum Feiern zumute war den Gastgebern, der U23-Auswahl von TuRa 07 Westrhauderfehn II. Eine Person, TuRa-Torhüter Niels-Ole Frieling, musste dabei besonders getröstet werden. Erst durch seinen Lapsus – er ließ einen an sich harmlosen Schuss von Andre Haak durch die Hosenträger rutschen – konnte Ostrhauderfehn in der 82. Minute den 3:2-Siegtreffer anbringen. TSV-Angreifer Andre Haak freute sich diebisch über seinen dritten Treffer an diesem Abend. Nach Spielschluss fand aber auch er tröstende Worte für den TuRa-Schlussmann.
TuRa-Fans sind lautstark
Rund 150 Zuschauer wollten sich bei zeitweiligem Regen und eisigem Wind das Derby an der Werftstraße nicht entgehen lassen. Die Fußballfans bekamen eine überaus unterhaltsame Begegnung zu sehen, die bereits in der ersten Hälfte keinesfalls arm an Höhepunkten war. Für das erste Ausrufezeichen in der umkämpften Partie sorgte Philipp Steffen. Sein Freistoß klatschte an die Latte des TuRa-Gehäuses (23.). Kurz darauf markierte Haak per sehenswertem Seitfallzieher die 1:0-Führung für die Gäste. In der Schlussphase der ersten Halbzeit wurden die Gastgeber stärker. „TuRa hatte nun mehr vom Spiel“, musste Martin Schmidt neidlos anerkennen. Zunächst traf Marcel Schulte nur den Pfosten des Gästetores (33.). Dann strich ein Schuss von Henning Schulz nur knapp über das Ostrhauderfehner Gehäuse (35.). Keine Minute später wurde Marcel Schulte von Gegenspieler Thorben Flügge im Strafraum zu Fall gebracht. Der Gefoulte trat selbst an, schoss den Ball jedoch neben das Tor (36.).
Ein glückliches Händchen bewies das Trainergespann von TuRa 07 Westrhauderfehn II, Andreas und Stefan Brelage, zu Beginn der zweiten Halbzeit mit der Einwechselung von Marc Schulte. Kaum auf dem Platz, markierte der Offensivspieler den 1:1-Ausgleich. Die Freude währte jedoch nicht lange beim TuRaner Anhang, die ihre Mannschaft mit Trommeln und Rufen lautstark unterstützten. Fynn Pruin konnte Ostrhauderfehns Helge de Buhr nach einem Gewühl im Strafraum nur durch ein Foul stoppen. Andre Haak ließ sich diese Chance nicht entgehen und brachte die Gäste abermals in Front.
Gästetorwart hält stark
Die Gastgeber zeigten sich keinesfalls geschockt und machten weiter Druck. Ihre Bemühungen wurden mit dem schnellen 2:2 durch Thies Schulz belohnt. Danach stand mehrfach Gästetorhüter Frank Hinrichs im Mittelpunkt des Geschehens. Er parierte Distanzschüsse von Marc Schulte (60.) und Henning Schulz (79.). Zwischenzeitlich musste die TuRa-Abwehr einen Schuss von Maik Frobel in höchster Not klären. Dann kam die ominöse 82. Minute, von der TuRa-Schlussmann Frieling wohl noch lange träumen wird, und die Ostrhauderfehn letztendlich zum Derbysieg verhalf. Die Gastgeber versuchten alles, konnten aber den starken Rückhalt der Gäste im Tor, Frank Hinrichs, nicht mehr überwinden.
„Mit seiner im GA getroffenen Aussage, die Aufstiegsrunden-Qualifikation vom TSV Ostrhauderfehn verhindern zu wollen, hat uns TuRa-Trainer Andreas Brelage in die Karten gespielt. Eine bessere Motivation hätte es für meine Mannschaft nicht geben können. Der Zeitungsausschnitt hing bei uns in der Kabine“, musste Martin Schmidt nach dem glücklichen Derbysieg schelmisch lachen.
Bei Andreas Brelage hingegen war die Stimmung im Keller. „Wir waren auf einem guten Weg. Die Jungs hätten den Sieg verdient gehabt. Im Gegensatz zu den Spielen zuvor hatten wir das Glück nicht auf unserer Seite“, betonte Andreas Brelage. Seinen Torhüter nahm er ausdrücklich in Schutz.
Tore: 0:1 Haak (25.), 1:1 Marc Schulte (47.), 1:2 Haak (Foulelfmeter/54.), 2:2 T. Schulz (55.), 2:3 Haak (82.).