Warn-SMS
Land lernt langsam
Eine Katastrophenwarnung aufs Handy – klingt logisch im digitalen Zeitalter. In Deutschland wird „Cell Broadcast“ aber erst jetzt eingeführt. Der Schutz des Lebens siegt damit über den Datenschutz.
Deutschland, ein top organisierter und moderner Staat? War es vielleicht mal, muss aber schon länger her sein. Fast immer sind es Krisen und Katastrophen, die die Miss- und Rückstände aufzeigen: Corona hat von der Digitalisierung von Schulen und Unternehmen über die Beschaffung und Verteilung von Impfstoffen bis hin zur effektiven Abstimmung von Bund und Ländern gezeigt, was alles im Argen liegt. Und die Flut in NRW und Rheinland-Pfalz hat schmerzhaft deutlich gemacht, wie schlecht es um die rechtzeitige Warnung vor derlei Bedrohungen steht.
Immerhin lernt das Land, wenn auch langsam. Die Digitalisierung in den Schulen kommt voran, das Home-Office auch. Beim Impfen knirscht es dagegen noch. Und das Frühwarnsystem vor Katastrophen? Macht mit dem Cell Broadcast einen kleinen Schritt nach vorn nach vielen Rückschritten wie dem massenhaften Abbau der Sirenen.
Mit dem Verschicken von Warnungen auch direkt auf Handys und Smartphones hat sich der Schutz des Lebens gegen den Datenschutz durchgesetzt. Doch es bleibt weiterhin der Mix aus Sirenen, Radio, Fernsehen oder auch Warn-Apps wie Katwarn entscheidend. Noch entscheidender als diese technischen Möglichkeiten ist allerdings, dass im Fall des Falles auch der richtige Mensch rechtzeitig auf den Alarmknopf drückt.
@ Die Autorin erreichen Sie unter mantel@zgo.de