Fußball

TuRa beschließt die 2G-Pflicht fürs Derby

| | 23.11.2021 14:45 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Beim Hinspiel in Leer eilte TuRa (links Torhüter Hendrik Gossmann) oft nur hinterher und verlor 1:4. In dieser Szene erzielte Tom Böhling das 3:1 für Germania. Foto: Damm
Beim Hinspiel in Leer eilte TuRa (links Torhüter Hendrik Gossmann) oft nur hinterher und verlor 1:4. In dieser Szene erzielte Tom Böhling das 3:1 für Germania. Foto: Damm
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TuRa Westrhauderfehn trifft am Mittwoch auf Germania Leer. TuRa steigt nach unguten Erfahrungen mit der 3G-Regel auf 2G um. In sportlicher Hinsicht dürfen die Gastgeber plötzlich träumen.

Westrhauderfehn - Ungeimpfte brauchen sich gar nicht erst auf den Weg zur Sportanlage an die Werftstraße in Rhauderfehn zu begeben. „Bei uns gilt ab sofort 2G“, sagt Fußballobmann Christian Schulte von TuRa 07 Westrhauderfehn vor dem Derby der Fußball-Landesliga gegen Germania Leer (Mittwoch 20 Uhr). Nach der neuen Verordnung des Landes gilt seit Dienstag die 2G-Regel zwar bislang nur bei Hallensportarten. „Aber wir haben zuletzt keine guten Erfahrungen mit 3G gemacht“, sagt Schulte. „Es ist für unsere Helfer sehr aufwendig, die Testergebnisse zu kontrollieren.“ Das hätten die TuRaner am Freitag beim Spiel gegen Bevern festgestellt. „Wir sind alles Laien und können die vorgelegten Nachweise gar nicht bewerten.“

Also gilt nun am Stadioneingang 2G. Und auf dem Platz wünscht sich TuRa-Trainer Erhan Colak eine 1a-Leistung seiner Mannschaft. „Im Hinspiel haben wir unser mit Abstand schlechtestes Saisonspiel gezeigt und 4:1 verloren“, sagt Colak. „Das darf kein zweites Mal vorkommen. Wir haben etwas gutzumachen.“

Sensationssiege lassen TuRa träumen

Welches Potenzial TuRa besitzt, zeigte das Team in den jüngsten Partien. Da ließen die Fehntjer die Liga staunen und die Spitzenklubs zittern. Nach sensationellen Siegen bei Spitzenreiter Hansa Friesoythe (4:1) und über den Tabellenzweiten SV Bevern (3:2) dürfen die scheinbar schon abgeschlagenen Fehntjer urplötzlich sogar von der Aufstiegsrunde träumen. Allerdings müssten sie dafür einen Sieg über Germania Leer folgen lassen.

Bei weiteren drei Zählern wäre sie nur noch drei Punkte von Aufstiegsrundenplatz vier entfernt. Erhan Colak wiegelt aber noch ab: „Wir schielen nicht auf die ersten vier Plätze“, sagt er. „Da müsste schon alles zusammenkommen. Aber das ist bei uns kein Thema.“

TuRa in Abstiegsrundenwertung Letzter

Sollte TuRa aber gegen Germania siegen, dann würde bei den Spitzenteams gewiss das große Bangen beginnen. Denn Friesoythe und Bevern könnten sich verkalkuliert haben. Sie schonten gegen TuRa Stammkräfte im festen Glauben, dass diese Partie nicht mit in die Aufstiegsrundenwertung gelangen würde. Falls doch, dann würde den Spitzenteams die leichtsinnige Fehleinschätzung drei Punkte kosten.

Der TuRa-Trainer befasst sich mit einem anderen Thema. „Wir brauchen die Punkte gegen Leer für den Klassenerhalt.“ Denn in der aktuellen Abstiegsrundenwertung der Landesliga-Staffel I rangiert TuRa mit nur sechs Punkten an letzter Stelle. Dort fehlen ja die jüngsten Sensationsergebnisse. Colaks Mannschaft zeigte sich zuletzt aber in blendender Verfassung – allen voran Torjäger Frank Waden. „Frankie ist ein Vollblutfußballer. Er hat Spaß und einen guten Lauf.“

Wadens Superquote

Waden erzielte elf der 19 TuRa-Tore und damit fast 60 Prozent der Fehntjer Treffer. Damit katapultierte sich der Mann, der vor zwei Jahren aus der Kreisliga (Strücklingen) zu TuRa wechselte, auf Rang drei der Landesliga-Torjägerliste. Da staunt auch die Konkurrenz nicht schlecht. „Er hat eine Wahnsinnsentwicklung hinter sich“, lobt auch Teammanager Michael Zuidema vom heutigen Gegner Germania Leer.

Germania darf als einziger Klub der Liga nicht mehr mit der Aufstiegsrunde liebäugeln. „Alle Punkte, die wir noch holen, verbessern unsere Lage in der Abstiegsrunde“, sagt Zuidema, der ab Januar wieder das Traineramt übernehmen wird. „Unser Ziel aus den verbleibenden drei Spielen gegen TuRa, Frisia Wilhelmshaven und Firrel sind neun Punkte.“

Zuidema weiß um die Dramatik der Lage für die drei Ostfriesenteams. „Bei sechs Absteigern wäre es ein Wunder, wenn alle Ostfriesen in der Liga blieben“, sagt er – schließlich ziert das Trio derzeit geschlossen das Tabellenende der Staffel I. In der aktuellen Zwischenwertung der Abstiegsrunde liegt Germania mit sieben Zählern knapp vor TuRa. Aber auch das ist nur eine Momentaufnahme, die sich schon Mittwoch ändern könnte.

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