Tierschutz

Leer: Doch Giftköder im Philippsburger Park gefunden

Nikola Nording
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Von Nikola Nording
| 23.11.2021 13:38 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Schilder warnen im Philippsburger Park vor möglichen Giftködern für Hunde. Foto: Nording
Schilder warnen im Philippsburger Park vor möglichen Giftködern für Hunde. Foto: Nording
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Nachdem diese Zeitung berichtete, dass die Polizei keine Hinweise auf Giftköder im Philippsburger Park hat, meldete sich eine Frau. Sie fand das Gift und will warnen.

Leer - Komische Essensreste, Durchfall und Erbrechen bei mindestens einem Hund: Im Philippsburger Park warnen derzeit Schilder vor möglichen Giftködern. Nachdem diese Zeitung berichtet hatte, dass weder Polizei noch Stadt Hinweise dazu erhalten hätten, meldete sich nun die Frau, die die Schilder aufhängte. Ihren Namen möchte sie nicht veröffentlichen, er ist der Redaktion aber bekannt.

Sie berichtete, dass sie bereits Anfang November immer wieder komische Essensreste mit einer weißen Paste im Park fand. Mal Möhren, mal Fleisch, mal nicht näher identifizierbares Futter. Auffällig: Die Reste lagen immer abends im Park. Sie sollen vor allem im kleinen Durchgang von der Plantanenstraße ausgehend in den Park liegen. Die Hundebesitzerin habe die Reste eingesammelt und aufgepasst, dass ihr Hund nichts davon frisst. Leider kam sie nach eigenen Angaben einmal zu spät und ihr Hund aß einen kleinen Teil. Eine Nacht mit Durchfall und Erbrechen war die Folge. Die Frau meldete ihre Beobachtungen der Polizei. Dort riet man ihr, die Schilder aufzuhängen, und sagte ihr, dass bereits andere Hundebesitzer ähnliche Beobachtungen gemacht hätten.

Lange Bearbeitungszeit

Doch wie kann es sein, dass die Polizei bei Anfrage dieser Zeitung nun doch andere Angaben machte? Frauke Bruhns, Sprecherin der Polizei Leer, erklärt, dass zum Zeitpunkt der Anfrage der Zeitung die Anzeige der Frau noch nicht ins System eingelaufen gewesen sei. Sie habe die Anzeige online erstattet. Diese Anzeigen bräuchten länger, bis sie im System der Polizei auftauchen. Deshalb werde in der Online-Wache immer wieder darauf hingewiesen, bei dringenden Fällen die Polizei direkt zu kontaktieren. Die Pressestelle habe also nicht bewusst falsche Angaben gemacht. Ärgerlich sei es trotzdem, so Bruhns.

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Frauke Bruhns hat einige Tipps, wie sich Hundebesitzer, die den Verdacht haben, ihr Hund könnte Giftköder oder Ähnliches gefressen haben, verhalten sollten. „Es ist ganz wichtig, dass ein Tierarzt den Hund untersucht“, sagt Bruhns. Nur ein Mediziner könne nachweisen und dokumentieren, dass es sich um Gift handele. Erst dann entstünde auch ein hinreichender Verdachtsmoment, dem die Polizei nachgehen könne. Der Fund eines möglichen Giftköders allein reiche dazu nicht aus. „Wir können aus Kostengründen nicht jeden Fund untersuchen“, sagt Bruhns. Zur Polizei sollte man verdächtige Köder dennoch bringen. „Wenn sich die Hinweise mehren oder ein Tier vergiftet wurde, kann der Köder nachträglich untersucht werden“, sagt sie.

Dem aktuellen Fall im Philippsburger Park werde die Polizei nun nachgehen. Hundehalter, die Beobachtungen gemacht haben oder deren Hund gar Opfer des Gifts wurden, sollten sich an die Polizei wenden.