Spaltung der Gesellschaft

Wir sollten mehr zuhören

Stefanie Witte
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Ein Kommentar von Stefanie Witte
| 21.11.2021 18:53 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Der Klimaschutz gehört zu den umstrittensten Themen, welche die Gesellschaft zu spalten drohen. Foto: Schmidt/DPA
Der Klimaschutz gehört zu den umstrittensten Themen, welche die Gesellschaft zu spalten drohen. Foto: Schmidt/DPA
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In den 80ern war die Gesellschaft laut einer Studie stärker gespalten. Das heißt aber nicht, dass die Lage heute weniger ernst wäre.

In den 80er Jahren war die Gesellschaft laut einer Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung stärker gespalten. Im Erhebungszeitraum wollten 62 Prozent der Deutschen nichts mit AfD-Wählern zu tun haben, jeder Fünfte duldete keine Klimaaktivisten in seinem Umfeld und 22 Prozent der Bürger wollten keinen Kontakt zu SUV-Fahrern. Für Ungeimpfte dürfte Ähnliches gelten.

Das Problem ist: Zwar kann jeder entscheiden, mit wem er seine Freizeit verbringen möchte. Aber wenn es schon reicht, das angeblich falsche Auto zu fahren, die falsche Partei zu wählen oder das Klima schützen zu wollen, um Kontaktverweigerung hervorzurufen, ist das nur ein erster Schritt. Im zweiten sprechen sich zwei Menschen oder Gruppen gegenseitig ab, ein ernstzunehmender Teil der Gesellschaft zu sein. Und wieso sollte man eigentlich noch eine Regierung akzeptieren, die nicht zu 100 Prozent die eigene Politik vertritt, wenn man nicht mal die abweichende Meinung des Nachbarn aushält?

Am Ende steht nicht weniger als der demokratische Konsens auf dem Spiel. Sinnvoll ist es, diese Dimension im Hinterkopf zu haben, wenn es das nächste Mal darum geht, auf die Haltung eines anderen zu reagieren. Dabei geht es nicht darum, dessen Sicht ungeprüft zu übernehmen. Statt Abwehr und Beleidigungen kann es aber hilfreich sein, überhaupt erst einmal zuzuhören.

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