Freizeit
Papenburg: Maritime Erlebniswelt startet später
Die Maritime Erlebniswelt in Papenburg sollte eigentlich im Dezember eröffnet werden. Nun ist der Termin verschoben worden. Das hilft den Mitarbeitern.
Papenburg - Ihr kryptischer Name erinnert noch immer an die Landesgartenschau 2014 in der Fehnstadt, hat damit aber schon lange nichts mehr zu tun: Unter Federführung der LGS gGmbH wird die „Maritime Erlebniswelt“ geschaffen. Eines der nach außen hin sichtbarsten Zeichen ist seit dem Frühjahr der Umbau des Zeitspeichers auf dem Ölmühlenplatz.
Für das Projekt verantwortlich zeichnete als Geschäftsführer der Gesellschaft bislang Heiko Abbas. Der frühere Pressesprecher der Stadt ist bei der Kommunalwahl am 12. September zum neuen Bürgermeister der Stadt Weener gewählt worden. Zum 1. November trat der CDU-Politiker dort seinen Dienst als hauptamtliches Stadtoberhaupt an. Neue Geschäftsführerin der LGS gGmbH ist seitdem die bisherige Stellvertreterin Sabine Pinkernell. Sie ist zugleich Papenburgs Citymanagerin. In einer Pressemitteilung der Stadt erklärt Abbas, dass die Bauarbeiten im Zeitspeicher kurz vor dem Abschluss stünden und die neue Ausstellung in das Gebäude eingebracht würde. Darüber hinaus müsse in den kommenden Monaten das historische Schiff „Dortmund IX“ restauriert werden. Es soll einen dauerhaften Liegeplatz im Hauptkanal vor dem Alte-Werft-Gelände finden und begehbar sein. Zurzeit befindet es sich auf der Meyer Werft. Dort wurde es vor mehr als 100 Jahren auch gebaut. Nun wird sie von Auszubildenden der Werft auf Vordermann gebracht.
Eröffnung verschoben
Die Maritime Erlebniswelt (MEW) sollte eigentlich im Dezember eröffnet werden. Das wird der Mitteilung zufolge nun aber auf Frühjahr 2022 verschoben. Begründung laut Pinkernell: Im Dezember werde es in Papenburg viele andere Programmpunkte geben. Das Verschieben der Eröffnung werde den Mitarbeitern mehr Zeit geben, sich mit neuen Strukturen vertraut zu machen.
Mit der Maritimen Erlebniswelt soll in Papenburg die besondere Historie der Stadt als Werft- und Seehandelsstandort an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet erlebbar und erfahrbar gemacht werden. Dabei spielen auch die bestehenden Museumsschiffe in den Kanälen sowie Anlaufpunkte wie der Alte Turm und die Von-Velen-Anlage eine Rolle. Das Investitionsvolumen für die MEW umfasst knapp drei Millionen Euro. Davon fließen rund 1,2 Millionen Euro in den Zeitspeicher. Das Land fördert das Projekt mit knapp 1,5 Millionen Euro, der Landkreis Emsland steuert 400 000 Euro bei. Für Pinkernell bleibe parallel das City-Management ein weiterer zentraler Arbeitsbereich. Die Stadt habe Anträge für das Programm „Perspektive Innenstadt“ des Landes Niedersachsen eingereicht. Laut Mitteilung stehen rund 700 000 Euro an Mitteln für die nächsten 18 Monate zur Verfügung, die in Projekte gegossen und investiert werden sollen.
Erweiterte Aufgaben
Demnach sollen unter anderem die Digitalisierung des Papenburg-Gutscheins und weitere Marketing-Maßnahmen für die Stadt angestoßen werden. „Die Bereiche greifen eng ineinander. Denn Innenstadtentwicklung betrifft ja die Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste unserer Stadt gleichermaßen“, erklärt Pinkernell. Hierzu zähle auch die enge Zusammenarbeit mit der Papenburg Marketing GmbH (PMG), zum Beispiel bei der Veranstaltungsreihe „Maritime Meile“ und den „Lichtermeilen“ im Advent.
Zu den weiteren Aufgaben der LGS gGmbH gehören derweil die Vertretung der Stadt Papenburg in verschiedenen touristischen Organisationen, das Projekt „Flusskontor Ems“ für die Städte Lingen, Emden und Papenburg mit Flusskreuzfahrten auf der Ems, der Campingplatz sowie die Betreuung der beiden historischen Mühlen Meyers Mühle und der Bockwindmühle. Auch der Wiederaufbau der „Brigg Friederike“ nach dem Großbrand zu Beginn des Jahres wird gemeinsam mit der PMG durch die Gesellschaft begleitet.