Ortsentwicklung
Alte Post: Investor wirft frustriert das Handtuch
Eigentlich sollte die Alte Post in Stapelmoor entkernt und zu seniorengerechten Wohnungen umgebaut werden. Dem potenziellen Investor ist mangels Unterstützung durch die Stadt aber die Lust vergangen.
Stapelmoor - Piet van der Laan hatte große Pläne für die Alte Post in Stapelmoor. Der Bauunternehmer aus Wiesbaden wollte dem historischen Gebäude neues Leben einhauchen. Er wollte das Gebäude komplett entkernen und zu altengerechten Mietwohnungen umbauen. Inzwischen sei ihm allerdings die Lust vergangen, das Projekt zu realisieren, sagt van der Laan frustriert – auch, weil es an Unterstützung von Seiten der Stadt gefehlt habe.
Was und warum
Darum geht es: Piet van der Laan wollte die Alte Post sanieren und zu Wohnungen umbauen. Doch möglicherweise wird die Brandruine mitten in der Ortsdurchfahrt von Stapelmoor auch weiterhin ein Schandfleck bleiben.
Vor allem interessant für: Bewohner von Stapelmoor und Menschen, die sich für den Erhalt historischer Gebäude interessieren.
Deshalb berichten wir: Piet van der Laan wollte dem historischen Gebäude wieder Leben einhauchen. Ihm ist inzwischen aber die Puste ausgegangen – aus Frust. Die Autorin erreichen Sie unter: t.gettkowski@zgo.de
Die Alte Post stammt aus der Zeit um 1900. Wie der Name schon erahnen lässt, war dort früher die Post untergebracht. „Diese wurde in den 80er Jahren geschlossen. Danach gab es nur noch eine Poststelle beim damaligen Kaufmann Heijen an der Hauptstraße“, erinnert sich Bernhard Siemons, der lange Jahre Ortsvorsteher von Stapelmoor war. Er würde sich freuen, wenn sich das Gebäude bis zur 600-Jahr-Feier der Ortschaft in zwei Jahren wieder zu einem Schmuckstück verwandeln würde.
Brandstifter legte Feuer
Seit mehr als zehn Jahren ist das alte Haus alles andere als eine schöne Visitenkarte für den Ort. Am 4. Oktober 2010 war in dem Haus ein Feuer ausgebrochen. Wie Ermittlungen der Polizei später ergaben, handelte es sich um Brandstiftung. Seitdem ist die Alte Post unbewohnbar. Die Denkmalschutzbehörde erachtete das ortsbildprägende Gebäude mit seinem markanten Standort vor der Kirche und dem Friedhof zwar als erhaltenswürdig. Viele Stapelmoorer empfanden die Brandruine mitten im Ort aber eher als Schandfleck und hätten einen Abriss lieber gesehen.
2016 keimte in der Politik in Weener dann aber die Hoffnung auf, das Gebäude mit Zuschüssen aus dem Dorfentwicklungsprogramm sanieren zu können. Die Stadt kaufte dem früheren Eigentümer Pieter Spakmann, einem Niederländer, das Gebäude in der Absicht ab, es sanieren zu lassen. Nachdem Experten allerdings errechnet hatten, dass die Stadt trotz hoher Zuschüsse selbst noch 230.000 Euro Sanierungskosten hätte tragen müssen, fassten Politik und Verwaltung mit Blick auf die klamme Kassenlage der Stadt den Entschluss, das Haus zu verkaufen.
Vier seniorengerechte Wohnungen
Durch die Kontakte nach Weener erfuhr Pieter van der Laan von den Verkaufsabsichten der Stadt. Über mehrere Generationen habe seine Familie eine Drogerie auf der Ecke der Norderstraße in Weener geführt. Er selbst wohnt heute zwar nicht mehr in Weener, die Verbindung in seine Heimat ist aber geblieben. „Eine der vier geplanten Wohnungen wollten wir als Ferienwohnung selber nutzen“, so van der Laan.
Bei Politik und Verwaltung hatte er sein Projekt bereits im vergangenen Jahr vorgestellt und ein Kaufangebot abgegeben. Der Bauantrag sei bereits im vergangenen Jahr eingereicht worden. „Sobald die Baugenehmigung vorliegt, sollte der Kaufvertrag beim Notar unterschrieben werden. Doch der Bauantrag ging so nicht durch“, so van der Laan. „Danach kam eine Hürde nach der nächsten.“ Unter anderem hätte er eine Art Ausgleichszahlung leisten müssen, weil auf dem Grundstück selbst kein Platz für vorgeschriebene Anzahl an Stellplätzen gewesen sei. „Wenn man 300.000 Euro investiert und das Objekt nur 180.000 Euro einbringt, rechnet sich das für einen Privatier, der sein Geld im Blick behalten muss, nicht.“
Stadt will das Gespräch suchen
Nach den Worten von Bürgermeister Heiko Abbas wird die Stadt noch einmal das Gespräch mit dem Investor suchen. „Wir werden prüfen, ob es noch Punkte gibt, die eine Realisierung ermöglichen“, so Abbas auf Nachfrage, „nach der intensiven Kommunikation der vergangenen Jahre, ist die Bereitschaft bei der Stadt Weener nach wie vor hoch, hier weiterhin nach einer Lösung zu suchen.“
Dass die Stadt dort selbst, möglicherweise mit Hilfe von Fördergeld, ein Vorhaben umsetzen könnte, schließt der Bürgermeister aber aus. Dieser Option stehe nicht nur die aktuelle politische Beschlusslage entgegen. „Die Stadt Weener hat aktuell keine weiteren Bearbeitungskapazitäten für zusätzliche Bauprojekte“, betonte Abbas.