Corona

50 Menschen bei Impfaktion des Vereins Afrikanische Diaspora

Karin Eden
|
Von Karin Eden
| 16.11.2021 13:06 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Reiner Gläßgen ging den Impffragebogen mit den französisch sprechenden Afrikanern durch. Foto: Karin Eden
Reiner Gläßgen ging den Impffragebogen mit den französisch sprechenden Afrikanern durch. Foto: Karin Eden
Artikel teilen:

Bei der Impfaktion des Vereins „Afrikanische Diaspora Ostfriesland“ ließen sich 50 Menschen impfen. Zuvor waren sie von einem Arzt beraten worden.

Moormerland - Rund 50 Menschen mit afrikanischen Wurzeln ließen sich am Freitag erstmals gegen das Corona-Virus impfen. Eingeladen hatte sie der Verein „Afrikanische Diaspora Ostfriesland“ ins Jugendzentrum „Phönix“ in Moormerland. „Wichtig ist es, dass die Menschen Vertrauen haben zu denen, die sie über den Nutzen der Impfung aufklären“, sagte der Vorsitzende Ali Kone im Gespräch mit dieser Zeitung. Offensichtlich war es nicht eine generelle Ablehnung, die die überwiegend Berufstätigen bisher davon abhielt, sich impfen zu lassen. Die Skepsis beruhte eher auf mangelhafter Information, weil nicht alle Deutsch verstehen, fehlendem Vertrauen in Anordnungen „von oben“ und Unklarheiten über das Wie und Wo. „Die Menschen müssen an die Hand genommen werden“, stellte die Geschäftsführerin des Phönix, Yvonne Kruse, fest.

Impfaktionen im Kreis Leer

Im Landkreis Leer gibt es in dieser Woche noch Möglichkeiten, sich durch mobile Impfteams des Landkreises Leer gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Für Personen ab zwölf Jahren steht der mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer zur Verfügung. Erwachsene ab 18 Jahren haben zudem die Möglichkeit, sich mit dem Vektor-Impfstoff von Johnson & Johnson impfen zu lassen.

Folgende Termine werden angeboten: an diesem Dienstag noch bis 16 Uhr im Rathaus der Gemeinde Westoverledingen (Bahnhofstraße 18); Mittwoch, 17. November, 9 bis 16 Uhr Aus- und Weiterbildungszentrum (AWZ) Leer (Bavinkstraße 13); Donnerstag, 18. November, 9 bis 16 Uhr im Bürgerhaus in Neermoor (Norderstraße 6); Freitag, 19. November, 12.30 bis 17 Uhr im Familienzentrum in Bunde (Kellingwold 10). Eine Anmeldung ist bei keiner der Aktionen erforderlich. Es kann aber zu Wartezeiten kommen. Die Zweitimpfung werde ebenfalls in der Einrichtung stattfinden.

Natürlich war es nicht mit der Einladung am Freitag ins Jugendzentrum getan. Es gab viele Gespräche im Vorfeld, mit Menschen, denen die Vereinsmitglieder vertrauen, wie Ali Kone, der ihnen versicherte, dass sie auch Ärztin Maike Beese aus Weener und ihrem Kollegen Reiner Gläßgen aus Westoverledingen, die im Jugendzentrum für alle Fragen zur Impfung parat standen, vertrauen können. Die Teilnehmenden kamen aus dem gesamten Landkreis Leer, nicht nur Vereinsmitglieder, das Angebot stand allen offen.

Fragen werden detailliert beantwortet

Nach einer allgemeinen Information für alle Besucher trafen sich die Impfwilligen in kleinerer Runde, und so saß Gläßgen mit sechs Afrikanern auf Sofas um einen Wohnzimmertisch im ersten Stock des Phönix. Gemeinsam gingen sie den Fragebogen zur Impfung durch. Der Arzt übersetzte jede Frage ins Französische, weil das die Sprache war, die die Versammelten verstanden. Geduldig wurde jede Nachfrage beantwortet, ganz ruhig, ohne Hektik. So viel Zeit haben Hausärzte im Praxisalltag in der Regel nicht. Und auch nicht unbedingt die Sprachkenntnisse. Im Laufe der Aktion war nicht nur Französisch gefragt, sondern auch Englisch und Arabisch.

Reiner Gläßgen ging den Impffragebogen mit den französisch sprechenden Afrikanern durch. Foto: Karin Eden
Reiner Gläßgen ging den Impffragebogen mit den französisch sprechenden Afrikanern durch. Foto: Karin Eden

Sobald alle Fragen beantwortet und die Fragebögen unterschrieben waren, fuhr das Aktionsteam die Impfwilligen in die knapp vier Kilometer entfernte Praxis von Dr. Carsten Brinkmann, wo sie ihre Erstimpfung und auch gleich den Termin für die zweite Impfung erhielten. Auch dafür wird der Transport organisiert.

Schutz vor Erkrankung und Wunsch zu reisen

Hauptmotiv für die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, sei wohl die Einsicht, dass die Impfung sie selber und ihre Familien vor einer schweren Erkrankung schützt, meinte Gläßgen zur Motivation der Teilnehmer. „Viele wollen aber einfach auch wieder reisen können.“

„Ursprünglich wollten wir ein Fest organisieren, mit gemeinsamem Essen und Musik“, erzählte Kruse. Aber aufgrund der Corona-Situation sei das nicht möglich gewesen. Auch die Impfungen habe man ursprünglich direkt im Phönix machen wollen, aber angesichts der Hygieneauflagen war es einfacher, das an die Praxis von Dr. Brinkmann abzugeben. Auch wenn das Drumherum nun anders war, als ursprünglich geplant – zufrieden waren die Beteiligten trotzdem. Und wenn es mehr Nachfragen gebe, würden sie auch eine weitere Aktion organisieren. „Wir müssen ja irgendwie aus dieser Pandemie heraus kommen“, sagte Kruse.

Ähnliche Artikel