Bildung
Werbung für Inklusions-Konzept aus Völlen
Die Grundschule in Völlen ist ein Vorbild für den Papenburger „Familienkreis Down-Syndrom“. Warum das so ist, das erklären die Verantwortliche des Vereins.
Völlen - Inklusion in der Grundschule, wie soll das funktionieren? Dieser Frage geht der Verein „Familienkreis Down-Syndrom“ in Papenburg nach. Dabei steht für ihn die Antwort schon fest. „Lehrermangel, geburtenstarke Jahrgänge und Investitionsstau bringen die Lehrkräfte schon im Normalbetrieb häufig an ihre Belastungsgrenze“, stellt der Verein um seinen Vorsitzenden Lucas Telgen fest. „Und jetzt noch mal eben die Inklusion stemmen – warum sollte man das Kindern und Lehren zumuten?“
Die Antwort liegt für den Familienkreis auf der Hand. „Wir sehen in diesem Konzept eine große Chance für unsere Kinder“, betont der Verein. Deshalb wolle man darüber gerne öffentlich sprechen. Der Schwerpunkt solle dabei auf der Beschulung von Kindern mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung (GE) liegen.
Es hat eine intensive Debatte gegeben
Exakt zu diesem Thema hatte es vor allem im nördlichen Emsland in den vergangenen Monaten eine intensive Debatte gegeben. Eine Elterninitiative und auch Fachärzte fordern die Schaffung einer Förderschule GE. Der emsländische Kreistag – der Landkreis wäre ein potenzieller Träger einer solchen Schule – lehnte das zuletzt erneut mehrheitlich ab. Aus Sicht der Kreisverwaltung und des überwiegenden Teils der Politik wird der Bedarf einer solchen Förderung durch die Tagesbildungsstätten im Emsland gedeckt.
Der Familienkreis mit Mitgliedern aus Papenburg und Umgebung stellt dennoch die Frage, warum Kinder mit Förderbedarf nicht inklusiv beschult werden sollten. Antworten auf diese und weitere Fragen wie nach dem Nutzen und Gewinn vielleicht auch für andere Kinder sowie Möglichkeiten, den Lehrbetrieb zu organisieren, wird Antina Remy geben. Sie leitet die Grundschule Völlen.
Kinder lernen gemeinsam
Die Schule in der Gemeinde Westoverledingen folgt nach Angaben des Vereins schon seit mehreren Jahren einem inklusiven Konzept und mache damit gute Erfahrungen. „An unserer Grundschule lernen alle Kinder gemeinsam. Egal, ob sie einen Förderbedarf haben oder nicht“, lässt sich Remy auf der Internetseite inklusion-naklar.de zitieren. Dabei sei die Schule „eine Grundschule wie jede andere und nutzt Mittel, die jeder anderen Schule auch zur Verfügung stehen“, betont der Familienkreis.
Der Verein lädt dazu ein, das Konzept der Schule kennenzulernen und darüber ins Gespräch zu kommen – und zwar am Mittwoch, 24. November, ab 19 Uhr in der Alten Drostei in Papenburg. Anmeldungen sind per E-Mail an inklusionnaklar@gmx.de möglich.
Filmvorführung in Papenburg
„Wir sind an jeder Erfahrung und Meinung zu diesem Thema interessiert“, so der Familienkreis, der im vergangenen März mit einer Sockenaktion am Hauptkanal sichtbar auf die Belange von Menschen mit Downsyndrom aufmerksam gemacht hat. „Wir freuen uns auf neugierige Pädagogen und solche, die schon engagiert mit Kindern mit Förderbedarf arbeiten, betroffene und nicht betroffene Eltern, Verantwortliche aus der Politik und jeden, der sich informieren will, um endlich mitreden zu können.“
Bereits am Dienstag, 16. November, lädt der Familienkreis zu einer Filmvorführung im Kino in Papenburg ein. Ab 19.30 Uhr wird dort „Paul 21“ gezeigt. Der Eintritt kostet fünf Euro. Karten gibt es im Vorverkauf und an der Abendkasse. Auch in dem Filmprojekt geht es nach Angaben der Veranstalter um das gute Gelingen von gesellschaftlicher Teilhabe als Bereicherung für alle. Der inzwischen zwölfjährige Paul, ein Junge mit Downsyndrom (Trisomie 21), wird seit mehreren Jahren mit der Kamera auf seinem Weg in und durch die Grundschule begleitet. Nach der Vorführung steht Katja Rohland, eine Mitwirkende des Films, für einen Gesprächsaustausch zur Verfügung.