Wirtschaft

Erfolgreicher Sanierer wird Enercon-Chef

Ole Cordsen
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Von Ole Cordsen
| 12.11.2021 11:51 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Er ist der neue Enercon-Chef: Dr. Jürgen Zeschky. Foto: Enercon
Er ist der neue Enercon-Chef: Dr. Jürgen Zeschky. Foto: Enercon
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Dr. Jürgen Zeschky, der Mitbewerber Nordex erfolgreich restrukturiert hat, wird neuer Chef beim Auricher Windkraftanlagenhersteller Enercon. Der 61-Jährige beerbt Momme Janssen, der zum Jahresende geht.

Aurich - Der Mann, der vor Jahren als Sanierer beim Wettbewerber Nordex für Aufsehen und Aktienkurssprünge nach oben sorgte, wird neuer Chef beim Auricher Windkraftanlagen-Hersteller Enercon: Zum 1. Januar übernimmt Dr. Jürgen Zeschky das Amt des Vorstandschefs im Konzern und wird Nachfolger von Momme Janssen. Das gab die Aloys Wobben Stiftung als Alleingesellschafterin von Enercon am Freitagvormittag bekannt. Janssen hatte kürzlich überraschend angekündigt, nach nur etwa einem Jahr im Amt aus persönlichen Gründen sich vom Posten zurückzuziehen und das Unternehmen zu verlassen.

Erfolgreicher Restrukturierer

Zeschky als neuer CEO bei Enercon steigt zum Jahreswechsel bei Enercon ein. Der 61-Jährige stammt aus Wetter an der Ruhr, hat Maschinenbau studiert und darin einen Doktortitel erlangt. Zu den Stationen seines Berufslebens gehörten zunächst die Unternehmen Mannesmann Demag, Demag Drucklufttechnik und Siemens Demag Delaval Turbomachinery, wo er in leitender Positionen tätig war, bevor er zu Voith Turbo wechselte und dort 2005 Geschäftsführer wurde. 2012 übernahm Zeschky die Position des CEO beim WEA-Hersteller Nordex SE und führte das Unternehmen durch seine Restrukturierung. Auf eigenen Wunsch schied Zeschky 2015 bei Nordex aus. 2016 wurde er CEO beim Maschinenbaukonzern Hoerbiger Holding AG, bei dem er bis zuletzt tätig war.

Sein Weggang bei Nordex – ebenfalls auf eigenen Wunsch wie Janssen bei Enercon – hatte seinerzeit für Aufruhr unter Anlegern gesorgt. In der Zeit seines gut dreijährigen Wirkens hatte sich der Aktienkurs beim Windkraftanlagenhersteller mehr als verfünffacht. Mit Stellenstreichungen, Werksschließungen und neuen Produkten hatte Zeschky das Unternehmen zurück in die Gewinnzone gebracht.

„Er ist der richtige Kandidat“

„Mit Dr. Jürgen Zeschky konnten wir einen versierten Branchenkenner mit ausgewiesener technischen Expertise und langjähriger internationaler Management-Erfahrung für uns gewinnen“, wird Heiko Janssen, Vorstandsvorsitzender der Aloys Wobben Stiftung, in einer Mitteilung zitiert „Er ist für die Aufgaben bei Enercon der richtige Kandidat. Er wird die Neuausrichtung des Unternehmens mit unveränderter Zielsetzung und Priorität fortsetzen und zusammen mit der Enercon-Mannschaft zum Erfolg führen.“

Zeschky sieht „beste Voraussetzungen“

Zeschky selbst freut sich laut Mitteilung auf die neue Aufgabe. „Enercon gehört zu den Wind Onshore-Pionieren und nach wie vor zu den wegweisenden Akteuren der Energiewende. Ich bedanke mich für das Vertrauen der Aloys Wobben Stiftung und werde den eingeschlagenen Kurs des Unternehmens gerne fortführen.“ Er gibt sich überzeugt: „Enercon hat damit die besten Voraussetzungen, wieder zu einem erfolgreichen Anlagenhersteller zu werden.“

Die Übergabe der Amtsgeschäfte erfolge in enger Absprache mit der Stiftung und dem scheidenden CEO Momme Janssen, heißt es, „um in den laufenden Prozessen bestmöglich Kontinuität sicherzustellen. Dazu wird sich Zeschky bereits in den kommenden Wochen in die Themen einarbeiten. Momme Janssen führt bis zum 31. Dezember die Amtsgeschäfte weiter und wird Enercon über diesen Zeitpunkt hinaus beratend zur Seite stehen“, so die Stiftung.

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