Palo Alto
Warum Elon Musk seine Tesla-Aktien wirklich verkaufen will
Die Elon-Musk-Show geht weiter. Nun tut der reichste Mensch der Welt so, als dürften Twitter-Nutzer darüber entscheiden, ob er Tesla-Aktien verkaufen und Steuern zahlen soll. Doch dahinter steckt etwas anderes.
Sind Sie schon reich oder zahlen Sie noch steuern? Der mit Abstand reichste Mensch der Welt, Tesla-Chef Elon Musk, zahlt seit Jahren keine Steuern - weil er weder Gehalt noch Boni bekommt. Doch bald sollen Milliarden Dollar von Musk im US-Steuersäckel landen.
Im Gegensatz zur Darstellung des Multimilliardärs passiert das aber nicht aus Solidarität oder weil eine Mehrheit in einer Twitter-Umfrage für den Verkauf von zehn Prozent seiner Tesla-Aktien gestimmt hat. Der Unternehmer braucht schlicht und einfach das Geld aus Aktienverkäufen.
Dem Tesla-Chef steht im kommenden Jahr eine Steuerforderung von rund 15 Milliarden Dollar ins Haus - weil Tesla an der Börse so erfolgreich ist. Auslöser ist ein Aktienpaket aus dem Jahr 2012, das er im kommenden Jahr nur einlösen kann, wenn er die Steuern für die im Zeitraum erzielten Gewinne zahlt. Nun muss Musk einen Teil seiner Milliarden - die er nur auf dem Papier hat - real werden lassen und Aktien verkaufen.
Elon Musk als Kämpfer für Steuergerechtigkeit?
Typisch Musk kaschiert er diesen Umstand mit einer öffentlichkeitwirksamen PR-Aktion auf Twitter und tut dabei so, als wolle er die Missstände des US-Steuersystems aufzeigen, die es Superreichen wie ihm quasi unmöglich machten, Steuern zu zahlen und er deshalb freiwillig seinen Beitrag leisten möchte. Alles Show.
In Wahrheit betreibt Musk maximale Steuervermeidung und nimmt gleichzeitig für seine Unternehmen jede Steuervergünstigung und jeden Zuschuss mit, den er bekommen kann. Allein für die Batteriezellfabrik bei Berlin streicht Tesla rund 1,1 Milliarden Euro an staatlichen Fördermitteln ein. All das ist legal. Doch der Fall zeigt die andere Seite des nach außen so coolen, witzigen und genialen Elon Musk: egoistisch, manipulativ und berechnend.
Und es zeigt, dass reiche Menschen beim Thema Steuervermeidung an Hebeln ziehen können, die normale Angestellte gar nicht haben.