Osnabrück
Facebook oder Meta? Ganz egal - das Problem ist ein ganz anderes!
Mark Zuckerberg benennt Facebook um in Meta. Das ist ein cleverer Schachzug, reicht bei weitem aber nicht aus, denn die grundlegenden Probleme sind andere. Ein Kommentar.
Facebook heißt jetzt also Meta. Der neue Name des Konzerns, zu dem Dienste wie Facebook, Instagram und WhatsApp gehören, ist ein cleverer Schachzug von Firmengründer Mark Zuckerberg, der kaum zu einem besseren Zeitpunkt hätte kommen können. Denn nach einer Serie von Enthüllungsberichten, wonach Facebook Geld mit Wut und Hass verdient, ist der Ruf inzwischen mehr als ramponiert.
Mit dem neuen, weniger belasteten Namen ergreift Zuckerberg die Flucht nach vorne. Es ist der Versuch, das negative Image des Konzerns abzustreifen und den Fokus der Öffentlichkeit auf die geplante digitale Welt «Metaverse» zu lenken, in der Zuckerberg die Zukunft und vor allem neue Geschäftsfelder sieht.
Die Botschaft hinter dem Namen lautet klar: Facebook steht für mehr als nur für sein in die Jahre gekommenes und in die Kritik geratenes soziales Netzwerk. Davon abgesehen ermöglicht Meta auch Zuckerberg selbst, eher als Futurist denn als Skandalunternehmer wahrgenommen zu werden.
Ob der Plan aufgeht, darf bezweifelt werden. Denn die neue Identität des Konzerns ändert nichts an den eigentlichen Problemen. Dabei müsste sich einiges ändern, allen voran das Geschäftsmodell, das bislang Profit über das Wohl einzelner Menschen stellt. Das ist mehr als problematisch, zumal auch das neue Metaverse auf Vertrauen fußt und darauf, dass mit den Nutzern und deren Daten kein Unfug betrieben wird. Bekommt Zuckerberg das nicht in den Griff, wird es nicht lange dauern, bis auch Meta ein Reputationsproblem hat.