Hamburg

Wenn Eltern cringe sind

Martin Schulte
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Von Martin Schulte
| 25.10.2021 16:42 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Voll peinlich: Das Wort Cringe ist auf dem Display eines Mobiltelefons zu sehen. Foto: Marijan Murat/dpa
Voll peinlich: Das Wort Cringe ist auf dem Display eines Mobiltelefons zu sehen. Foto: Marijan Murat/dpa
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Cringe ist das Jugendwort des Jahres, es steht für Fremdscham und anderen Peinlichkeiten

Eltern können ihren Kindern auf herrlich vielfältige Art und Weise peinlich sein: Oft reicht schon die bloße Anwesenheit, noch viel schlimmer ist allerdings der ungelenke Einsatz von Jugendsprache durch die Erziehungsberechtigten, um - nun ja - Lockerheit zu suggerieren. Dann ist bei den lieben Kindern Fremdscham garantiert, oder, anders ausgedrückt: Cringe. So lautet das aktuelle Jugendwort des Jahres. Es steht für große Peinlichkeiten - und es ist ein hoffnungsvolles Wort, weil ihm eine gewisse Normalität innewohnt, wenn auch auf Kosten der uncoolen Eltern.

Im vergangenen Jahr fiel die Wahl auf Lost, ein Begriff der Resignation und Verlorenheit, der zum Ausdruck brachte, wie sich junge Menschen während der Pandemie gefühlt haben, als man weder rausgehen noch Freunde treffen durfte. Da gab es nicht einmal die Gelegenheit für eine solide Cringigkeit, denn man war in der Familie überwiegend unter sich.

Erstaunlich ist übrigens, dass die Jugendlichen erst seit dem vergangenen Jahr selbst über ihr Wort des Jahres abstimmen dürfen - das hat vorher eine Jury aus Erwachsenen übernommen. Und wer wissen will, wie viel die von Jugendsprache verstehen, kann ja mal den eigenen Nachwuchs fragen. Aber bitte nur unter vier Augen - alles andere wäre echt mega-cringe. 

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