Fußball

Leer verliert 0:2: Erst mittags hatte man elf Spieler beisammen

| | 17.10.2021 19:40 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Nick Kaßmann trat zweimal zum Elfmeter an – zweimal ahnte Tim Kröger die Ecke. Foto: Lohmann
Nick Kaßmann trat zweimal zum Elfmeter an – zweimal ahnte Tim Kröger die Ecke. Foto: Lohmann
Artikel teilen:

Mit großen Personalsorgen trat Germania Leer beim 0:2 gegen Bevern an. Erst Stunden vor dem Spiel war die Startelf komplett. Die machte mit Aushilfskräften ihre Sache gut, besaß Großchancen zum 1:0.

Leer - Wenig mit Landesliga-Fußball am Hut hatte das, was Christian Rosendahl Stunden vor dem Spiel zu machen hatte. Irgendwie einen elften Spieler herbekommen, Akteure auf ungewohnte Positionen stellen. Darum kreisten sich die Gedanken und Telefonanrufe des Trainers des VfL Germania Leer. Mit dem allerletzten Aufgebot trat das Schlusslicht der Fußball-Landesliga dann am Sonntagnachmittag gegen den Tabellenzweiten SV Bevern an. Der Coach erlebte dann kein Debakel seiner Not-Elf, sondern leidenschaftliche 90 Minuten mit einer teils unglücklichen zustandegekommenen 0:2-Heimniederlage.

Gerrit Remmers aus der A-Klasse half in der Landesliga aus. Foto: Lohmann
Gerrit Remmers aus der A-Klasse half in der Landesliga aus. Foto: Lohmann

Das größte Kompliment gab es indirekt vom Gegner. „Ich bin nur mit dem Ergebnis zufrieden, nicht mit der Leistung meiner Elf. Leer hat das gut gemacht und hätte sich in der ersten Halbzeit ein Tor verdient gehabt. Dann hätte es auch anders laufen“, sagte Beverns Coach Olaf Blancke.

40-jähriger Reservetrainer half aus

Bei den Gastgebern fehlten laut Coach Christian Rosendahl neun Akteure des ohnehin dünnen Kaders – fünf waren verletzt, vier ortsabwesend. So stand mit Diamant Dreshaj ein 19-Jähriger auf dem Feld, der bisher noch fast gar nicht gespielt hatte. Alterstechnisch sein Vater sein könnte Alair Cruz Vicente. Der ehemalige Profi aus den Niederlanden trainiert normalerweise die Germania-Reserve, die in einer SG mit Kickers Leer agiert. Der 40-jährige Brasilianer aus den Niederlanden half nun am Sonntag in der Landesliga in der Verteidigung aus. Und das letzte Puzzle-Teil, das sich erst am Mittag fand, war Gerrit Remmers, ebenfalls aus der A-Klasse. Die SG spielte schließlich selbst zeitgleich. „Beide haben ihre Sache sehr gut gemacht – so wie die gesamte Mannschaft“, lobte Rosendahl.

Er sah in der ersten Halbzeit einen wenig überraschend optisch überlegenen Gast. Eine Chance von Sascha Thale (9./ geklärt vor der Linie) und ein Freistoß von Bernd Gerdes (10./ im letzten Moment gerettet) ließen Böses erahnen. Doch nachdem Thale eine weitere Chance hatte liegenlassen (20.), kam von den Cloppenburgern nicht mehr viel.

Zwei Elfmeter wurden verschossen

Und nach 36 Minuten bot sich Germania die große Chance zum 1:0 – gleich zweimal sogar. Nach Foul an Julian Jauken, der trotz einer Verletzung auflief, trat Nick Kaßmann zum Elfmeter an. Er platzierte den Ball unten rechts, Torwart Tim Kröger parierte. Doch statt Gäste-Jubel gab es Gäste-Frust. Der Keeper soll sich zu früh bewegt haben, der Strafstoß wiederholt werden. Nach Beverner Protesten mit zwei Gelben Karten bekam Kaßmann eine zweite Chance. Diesmal wählte er die linke Ecke, doch Kröger parierte auch diesen Elfmeter. Kurz vor der Pause vergab Germanias Arlind Jonjic noch eine gute Chance.

Der junge Stürmer hatte dann auch die erste Großchance der zweiten Halbzeit. Nach einer Standardsituation kam er frei zum Kopfball, der Ball strich aber Zentimeter am Tor vorbei (54.). Mit ihrer zweiten Möglichkeit in Halbzeit zwei ging der Gast dann in Führung. Der starke Sascha Thale wurde freigespielt und traf herrlich in den Winkel zum 0:1 (64.).

Richtig gefährlich vor einem der beiden Tore wurde es dann erst wieder in der 84. Minute, als Joker Julius Liegmann mit einem Drehschuss für das 0:2 sorgte. Auf Germania-Seite kam mit Silas-Arik Eickershoff ein weiterer A-Klassen-Spieler aufs Feld. Er war neben Torwart Joachaim Groenewold der einzige Ersatzspieler bei den Germanen, die nächste Woche in Werlte auf nicht weniger Leidenschaft und mehr Spieler hoffen. „Ich hoffe, dass wir da Punkten können. Wir kommen da nur gemeinsam heraus“, so Trainer Rosendahl.

Ähnliche Artikel