Virus auf dem Vormarsch
RS-Virus: Viele kleine Patienten in ostfriesischen Kliniken
Das RS-Virus sorgt in diesem Jahr für auffallend viele schwere Krankheitsverläufe bei Kindern. Auch in den Kinderkliniken in Aurich und Leer werden derzeit zahlreiche kleine Patienten behandelt.
Ostfriesland - In vielen Kinderarzt-Praxen und Krankenhäusern ist es spürbar: Das RS-Virus sorgt in diesem Jahr für eine ungewöhnlich hohe Zahl an kleinen Patienten mit schweren Krankheitsverläufen.
Im Papenburger Marien-Hospital arbeiten die Ärzte und das Pflegepersonal dieser Tage am Limit, die Kinderstation im Klinikum Oldenburg ist ebenfalls voll ausgelastet. Und auch in den Krankenhäusern in Aurich und Leer ist die Zahl der Kinder, die sich mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus angesteckt haben und stationär behandelt werden müssen, auffallend hoch.
Wie ist die Lage in Aurich?
In der Auricher Kinderklinik an der Ubbo-Emmius-Klinik waren am Freitag nach Presseauskunft der Trägergesellschaft sechs Kinder stationär wegen einer Infektion mit dem RS-Virus in Behandlung. Im vergangenen Jahr sei kein einziger Patient mit einer solchen Erkrankung behandelt worden. „Die meisten der aktuell in Behandlung befindlichen Patienten weisen einen schweren Krankheitsverlauf auf und müssen beatmet werden“, heißt es in der Mitteilung. Es handele sich dabei überwiegend um Kinder, die noch kein Jahr alt sind. Kinder mit Vorerkrankungen bildeten die wenigen Ausnahmen.
Die „Virussaison“ hat dieses Jahr früh begonnen, wird Dr. Heidrun Röhrs, Oberärztin in der Kinderklinik, in der Mitteilung zitiert. In den letzten Jahren sei erst ab November mit den ersten Fällen zu rechnen gewesen. Einen guten Schutz vor dem Virus bieten laut Trägergesellschaft die bekannten Hygienemaßnahmen wie Händehygiene, Mundschutz oder das Niesen und Husten in die Armbeuge. Wenn ein erkranktes Kind Schwierigkeiten mit der Atmung habe, aber nicht im Krankenhaus behandelt werden muss, helfe es, seinen Oberkörper hochzulagern.
Wie ist die Lage in Leer?
Auch im Klinikum Leer hat man es derzeit verstärkt mit kleinen Patienten zu tun, die sich angesteckt haben. Das teilte das Krankenhaus am Freitag mit. Man versorge aktuell „eine größere Zahl von Kindern mit RS-Virus“. Derzeit könne man die Patienten alle vor Ort versorgen und müsse sie nicht an andere Kliniken verweisen. Wie viele Kinder genau im Klinikum in Behandlung sind, war nicht zu erfahren.
Therapiert werden die Kinder im Klinikum demnach konventionell mit Sauerstoff und Infusionen. „Zudem kann man bei Bedarf die betroffenen Patienten mit sogenannten High-Flow-Geräten behandeln“, heißt es weiter. Bei dieser Therapie wird ein erwärmtes und befeuchtetes Luft-Sauerstoff-Gemisch eingesetzt. „Mit diesen Geräten können sich die Kinder etwas schneller erholen“, heißt es aus dem Klinikum. Man habe sechs dieser Geräte.
RS-Virus kann Kleinkindern gefährlich werden
Das Respiratorische Syncytial-Virus, kurz RS-Virus, ist eine Atemwegserkrankung. Sie äußert sich bei Neugeborenen, Kindern und Erwachsenen in den meisten Fällen durch Schnupfen, Husten, Halsschmerzen und Fieber. Während ältere Kinder sowie Erwachsene bei einer Infektion überwiegend nur Erkältungssymptome zeigen, kommt es bei Säuglingen und Kleinkindern häufig zu einer akuten Bronchitis, teilweise auch zu einer Lungenentzündung. Einen Impfstoff gegen das RS-Virus gibt es noch nicht.
Übertragen wird das weltweit verbreitete Virus vor allem durch Tröpfcheninfektion von einer infizierten Person oder durch kontaminierte Hände oder Gegenstände. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel zwei bis acht Tage.
So gut wie alle Kinder erkranken am RS-Virus, meist auch mehrmals. Offenbar kommt es in diesem Jahr zu Nachholeffekten. Wegen der Abstands- und Hygieneregeln war die Infektsaison im vorigen Herbst und Winter nahezu ausgefallen.
RS-Virus breitet sich weiter aus
Immer mehr Kinder erkranken am RS-Virus
In Kinderklinik wieder viele Fälle von RS-Virus-Erkrankungen