Osnabrück

Inflation frisst Lohn: Wer jetzt zuerst einen Ausgleich braucht

Uwe Westdörp
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Von Uwe Westdörp
| 14.10.2021 17:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Preistreiber Benzin: Die Treibstoffpreise sind zuletzt deutlich gestiegen. Jetzt wird über einen Ausgleich für Arbeitnehmer und Verbraucher diskutiert. Foto: Carsten Koall/dpa
Preistreiber Benzin: Die Treibstoffpreise sind zuletzt deutlich gestiegen. Jetzt wird über einen Ausgleich für Arbeitnehmer und Verbraucher diskutiert. Foto: Carsten Koall/dpa
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Die Inflation trifft jeden, aber nicht jeden gleich hart. Vor allem Menschen mit wenig Geld brauchen einen Ausgleich. Bundesregierung und Tarifpartner sollten unverzüglich handeln. Ein Kommentar.

Was tun, wenn die Inflation wieder anzieht, wenn sich unter anderem Energie extrem verteuert? Vor allem Menschen mit geringem Einkommen brauchen einen Ausgleich, etwa in Form von mehr Wohngeld oder des von den Grünen avisierten Energiegeldes. Die künftige Bundesregierung wird unverzüglich handeln müssen, zumal ja weitere Preissprünge bei Gas, Öl und Benzin programmiert sind, um den Umstieg von fossiler auf regenerative Energie zu fördern. Da braucht es zwingend einen sozialen Ausgleich.

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Auch für die Gewerkschaften ist die Inflation verständlicherweise ein zentrales Thema. Denn sie werden daran gemessen, ob es ihnen gelingt, die Einkommen der Beschäftigten real zu sichern oder vielleicht sogar zu verbessern. Mit anderen Worten: Vom Tarifabschluss muss stets die Teuerung abgezogen werden. Wenn dann noch ein Plus übrigbleibt, haben die Gewerkschaften gut verhandelt.

Überziehen sollten sie aber nicht - und das haben sie in der jüngeren Vergangenheit aus gutem Grund auch nicht getan. Denn sonst drohte eine Lohn-Preis-Spirale. Das heißt: Die Arbeitnehmer setzen höhere Löhne und Gehälter durch und die Unternehmen geben die gestiegenen Kosten an die Verbraucher weiter. Folge: Die Inflation wird zusätzlich angefeuert, was wiederum den Ruf nach mehr Geld für die Beschäftigten verstärkt - und so weiter und so fort.

Die Alternative lautet Lohnzurückhaltung, die wiederum nicht so weit gehen darf, dass die Reallöhne sinken, denn dann sinkt die Kaufkraft, was schlecht ist für die Konjunktur. Tarifverhandlungen bewegen sich damit zwischen engen Leitplanken. Vorrangig ist auch hier, Menschen mit geringeren Einkommen gezielt abzusichern, zum Beispiel durch eine Anhebung der Tarife um einen Festbetrag. Genau das fordern die Gewerkschaften in den Verhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder, und genau das ist aktuell wichtiger denn je.

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