Politik

AfD Ostfriesland: Vorstand tritt geschlossen zurück

Karin Böhmer
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Von Karin Böhmer
| 12.10.2021 17:14 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Neben Prof. Reiner Osbild stellen auch die anderen Mitglieder des AfD-Ostfriesland-Vorstandes ihre Ämter zur Verfügung. Archivfoto: Romuald Banik
Neben Prof. Reiner Osbild stellen auch die anderen Mitglieder des AfD-Ostfriesland-Vorstandes ihre Ämter zur Verfügung. Archivfoto: Romuald Banik
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Im November soll ein neuer Vorstand der AFD-Ostfriesland gewählt werden. Drei Mitglieder treten nicht wieder an. Ein weiterer Rücktritt erfolgte bereits auf öffentlichen Druck hin.

Aurich - Der Vorstand der AfD Ostfriesland wird am 6. November geschlossen zurücktreten. Für diesen Tag werde ein Kreisparteitag einberufen, auf dem Neuwahlen stattfinden sollen, teilt der Vorstand des Kreisverbandes Ostfriesland mit.

„Wir tragen mit diesem frühen Termin auch der Unsicherheit Rechnung, die sich aus Corona ergibt“, so der Vorstandsvorsitzende Professor Reiner Osbild. Eigentlich sollten die Wahlen Ende Januar stattfinden, doch wegen der Corona-Entwicklung könne ein Treffen in dieser Zeit erschwert oder gar unmöglich gemacht werden.

Schatzmeister-Amt derzeit nur kommissarisch besetzt

Osbild hatte bereits Mitte Juni angekündigt, nicht zur Wiederwahl anzutreten. „Ich werde einfaches Mitglied bleiben, meine Schwerpunkte werden indes außerhalb der AfD liegen“, so der Wirtschaftsprofessor, der seit 2018 dem Kreisverband vorsteht. AfD-Ämter oder ein politisches Mandat auf Landesebene strebe er derzeit nicht an.

Dass der amtierende Vorstand geschlossen zurücktritt, liegt laut Osbild daran, dass nicht nur er sein Amt abgeben wolle, sondern zwei alters- und gesundheitlich begründete Rückzüge hinzukommen. Zudem sei der Posten des Schatzmeisters nach dem Rücktritt von Julia Pilger nur kommissarisch besetzt. „Wir denken, dass unsere Mitglieder rasch entscheiden sollen, wer die Kasse zukünftig führt“, so der Kreisvorsitzende. Julia Pilger war im Juli von ihrem Amt zurückgetreten, nachdem die Ostfriesen-Zeitung berichtet hatte, dass sie auf einer Internetplattformen den Holocaust geleugnet und rassistische Begriffe benutzt hatte.

90 Mitglieder im Kreisverband

Derzeit sind neben Osbild Thomas Strömer als Zweiter Vorsitzender, Hans Tyedmers als Schriftführer, Robert Mönnigmann als kommissarischer Schatzmeister sowie Bernd Mütze und bis Juli Robert Mönnigmann als Beisitzer im Vorstand. Kooptierte Beisitzer sind Jan Looden und Anja Arndt.

Der Kreisverband hat laut Osbild derzeit rund 90 Mitglieder in den Landkreisen Leer und Aurich sowie in Emden. Eine schon einmal angestrebte Teilung des Kreisverbandes Ostfriesland in einzelne Kreisverbände für Leer und Aurich, könnte wieder Thema werden. „Könnte wieder auf die Tagesordnung kommen, warten wir die Anträge ab“, teilte Osbild mit. Zu möglichen Kandidaten für die Vorstandwahl wollte er sich im Vorfeld des Parteitages noch nicht äußern.

Trotz Verlust zufrieden mit Abschneiden bei Bundestagswahl

Das Ergebnis der Bundestagswahl sei für den geplanten Neuanfang nicht ausschlaggebend. Schließlich habe die AfD Ostfriesland, trotz medialer Gegenwehr, mit 8,2 Prozent ein deutlich besseres Ergebnis als im Landesdurchschnitt erzielt, so der Kreisvorsitzende. Bei der Bundestagswahl 2017 hatte die AfD in Aurich-Emden noch 9,13 Prozent der Stimmen bekommen. Angesichts des Prozentverluste der AfD auf Bundesebene um 2,3 Prozentpunkte auf nun 10,3 Prozent wertet Osbild das Abschneiden im Wahlkreis Aurich-Emden aber als Erfolg. Die AfD-Fraktion im Auricher Kreistag schrumpft nach der Kommunalwahl ab November von vier auf zwei Mitglieder.

„Wir wollen die Zeit bis zum Kreisparteitag nutzen, um intern, aber auch auf Stammtischen, die notwendige personelle Umstrukturierung zu besprechen“, so Osbild.

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