Tierschutz

Musikvideo aus dem Rheiderland rührt zu Tränen

Tatjana Gettkowski
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Von Tatjana Gettkowski
| 12.10.2021 18:29 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Tierheimleiterin Iris Holzapfel (von links), Video-Hauptdarstellerin Haley, Tierärztin und Sängerin Daniela Engeln und ihr Sohn Joost freuen sich riesig über die Resonanz auf das Musikvideos des Tierschutz Rheiderland. Foto: Gettkowski
Tierheimleiterin Iris Holzapfel (von links), Video-Hauptdarstellerin Haley, Tierärztin und Sängerin Daniela Engeln und ihr Sohn Joost freuen sich riesig über die Resonanz auf das Musikvideos des Tierschutz Rheiderland. Foto: Gettkowski
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Die singende Tierärztin Daniela Engeln rührt auf Youtube mit ihrem Musikvideo viele Tierfreunde zu Tränen. Der Tierschutz Rheiderland will mit der Aktion auf ein ernstes Thema aufmerksam machen.

Weener - Normalerweise sorgt Daniela Engeln als Sängerin der Weeneraner Partyband „Ems Riders“ mit Rocksongs aus den 70er und 80er Jahren auf der Bühne für Stimmung. Jetzt hat die Tierärztin aus Papenburg einen eigenen Song geschrieben, mit dem sie zum Nachdenken anregen will. Das am Sonntag auf Youtube veröffentlichte Musikvideo „Sag mir, was du denkst“ wurde schon mehrere Tausend Mal geklickt – und rührt viele Tierfreunde zu Tränen. „Mit so einer Resonanz habe ich nicht gerecht. Das ist Wahnsinn“, freut sich die 50-Jährige.

Was und warum

Darum geht es: Jedes Jahr werden in Deutschland 350.000 Tiere ausgesetzt oder im Tierheim abgegeben. Mit einer besonderen Aktion will der Tierschutz Rheiderland Menschen zum Nachdenken bewegen.

Vor allem interessant für: Tierbesitzer und Tierfreunde.

Deshalb berichten wir: Die Tierärztin Daniela Engeln rührt viele Tierfreunde mit einem Musikvideo zu Tränen. Seit der Veröffentlichung am Sonntag wurde es auf Youtube schon mehrere Tausend Mal geklickt.

Die Autorin erreichen Sie unter: t.gettkowski@zgo.de

Daniela Engeln arbeitet als Tierärztin in einer Gemeinschaftspraxis in Friesoythe und engagiert sich seit Januar 2019 beim Tierschutz Rheiderland. Sie kümmert sich auch um die medizinische Versorgung im Tierheim in Stapelmoor. Die traurigen Schicksale vieler Hunde und Katzen gehen nicht spurlos an ihr vorbei. Sie möchte daher mit ihrem Song deutlich machen, dass Tiere fühlende Wesen sind. „Wer sich ein Tier anschafft, sollte genau überlegen, ob er diese Verantwortung übernehmen will.“ Viele Menschen würden Tiere immer noch als Sache sehen.

Hündin Haley als Hauptdarstellerin

„Wir haben fast jede Woche mit Tieren zu tun, die abgegeben oder ausgesetzt wurden, weil die Besitzer sich nicht mehr um sie kümmern wollen“, erzählt Tierheimleiterin Iris Holzapfel. Besonders berührt hat Daniela Engeln das Schicksal eines Hundes, der in einem Wald in Aschendorf ausgesetzt wurde. „Er irrte zwei Tage lang dort herum und suchte seinen Besitzer. Als wir ihn endlich einfangen konnten, habe ich mich gefragt, was so ein Tier wohl denkt“, sagt die Papenburgerin. So entstand die Idee für den Song – und der Titel „Sag mir, was du denkst“. Arrangiert wurde das Lied im Tonstudio von Detlef Sayk, einem Musikerfreund der Tierärztin. „Für den Text habe ich nicht lange gebraucht. Dabei kamen mir selbst die Tränen.“ An den Kommentaren der Nutzer, die das Video sehen, ist zu erkennen, dass der Text und die Bilder auch anderen unter die Haut gehen.

Und das liegt nicht zuletzt am Talent der Hauptdarstellerin – Hündin Haley aus dem Tierheim Stapelmoor. Sie spielt in dem Video den Hund, der an einem Leitpfosten an der Straße angebunden wird. Als der Besitzer mit dem Auto davonbraust und sie zurücklässt, bringt Haley mit ihrem Blick zum Ausdruck, was in so einem Moment wohl in jedem Tier vorgeht – wie ein Profischauspieler. „Die Tiere verstehen die Welt nicht mehr“, sagt Daniela Engeln, die übrigens gut vermummt den herzlosen Hundebesitzer gespielt hat.

Ehrenamtliche sind wichtig

„Das Video zu machen, war für uns alle ein Erlebnis“, erzählt Iris Holzapfel. Natürlich hofft sie auch, dass viele den Aufruf am Ende des Videos nicht übersehen und die Arbeit des Verein mit einer Spende für Tiere in Not unterstützen. „Trotz des ernsten Themas haben wir viel Spaß gehabt“, so die Tierheimleiterin. Neben Mitarbeitern haben in dem Video auch weitere Hunde und Katzen als Darsteller mitgewirkt, die im Tierheim auf neue Besitzer warten.

Im Tonstudio von Detlef Sayk wurde der Gesang arrangiert. Foto: Privat
Im Tonstudio von Detlef Sayk wurde der Gesang arrangiert. Foto: Privat

Aufmerksam machen soll das Video aber auch auf die Arbeit der Tierschützer. „Im Tierheim geht es den Tieren ja nicht schlecht: Sie sind mit Artgenossen zusammen und es gibt ehrenamtliche Helfer, die ihnen hier auch Liebe geben.“ Auch die 50-jährige selbst arbeitet im Hunde- und Katzenhaus in Stapelmoor mit. „Ich wundere mich oft, wie viele Tiere trotz schlechter Erfahrungen wieder Vertrauen in den Menschen fassen.“ Für den ausgesetzten Hund im Video gibt es übrigens ein Happy End. Er findet eine neue Besitzerin – vielleicht gelingt Haley das im echten Leben ja auch bald.

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