Test
Einkaufen ohne Kassenschlange: Ein Testbericht
Bei Multi Nord in Leer und bei Edeka in Weener gibt es jetzt Easy-Shopper. Kunden können selbst ihre Ware einscannen und müssen an der Kasse nur noch bezahlen. Wir haben das System getestet.
Was und warum
Darum geht es: In zwei großen Supermärkten im Landkreis Leer werden nun sogenannte Easy-Shopper-Einkaufswagen angeboten. Wir haben den Test gemacht.
Vor allem interessant für: Verbraucher, die es eilig haben.
Deshalb berichten wir: Einkaufen muss jeder und Zeit hat dafür eigentlich niemand. Wir testen, ob die neuen Einkaufswagen die Sache leichter machen.
Die Autorin erreichen Sie unter: n.nording@zgo.de
Bei Multi-Nord kann ich den grell-grünen Einkaufswagen direkt auf dem Parkplatz mitnehmen. Er sieht anders aus als die anderen und erinnert mit seinen zwei Platten eher an einen Getränkewagen, als an einen klassischen Einkaufswagen. Am Griff, wo sonst der Pfand-Euro eingesteckt wird, ist ein großes Display zu sehen. Über allem ist eine Angel, die ein bisschen an ein Krankenhausbett erinnert.
Zwei Möglichkeiten für den Betrieb des Wagens
Ich greife zu und schiebe los. Im Multi-Markt steht Matthias Lücke. Er berät derzeit die Kunden des Supermarktes beim Umgang mit dem Wagen. Es gibt zwei Möglichkeiten, den Wagen in Betrieb zu nehmen. Entweder über den Scan der Deutschland-Card, einem Bonusprogramm der Edeka-Gruppe, oder mit der Easy-Shopper-App. Ich entscheide mich für die App, lade sie im Geschäft runter und kann loslegen. Lücke erzählt mir und einer weiteren Kundin, wie wir mit dem Wagen einkaufen können. Karola Flachowsky testet den Shopper wie ich zum ersten Mal. „Ich habe mir vorher von den Kassiererinnen versichern lassen, dass sie dadurch ihren Job nicht verlieren“, sagt sie. Das bestätigt auch Fritz-Rudolf Brahms, Geschäftsführer des Multi-Nord. „Dadurch geht kein Arbeitsplatz verloren“, sagt er. Derzeit teste das Unternehmen die Shopper in dem Markt an der Ringstraße für alle drei Multi-Märkte. Ich lege los. Damit ich meine Waren gut transportieren kann, nehme ich mir einen Multi-Karton. Auch eine andere Transportkiste wäre denkbar. Ohne Kiste dürfte es auf der glatten Fläche des Shoppers spätestens in den Kurven brenzlig für die Ware werden.
Dann geht es zum ersten Produkt. Ein Pfund Kaffee soll es sein. Ich halte den Strichcode an die Ware und sie wird mir umgehend auf dem Display angezeigt. Es fühlt sich ein bisschen so an wie früher beim Kaufmannsladen spielen.
Kamera kontrolliert den Inhalt
So streife ich durch die Gänge und kaufe wie gewohnt ein. Kontrolliert, ob ich auch nicht zu viel im Wagen habe und möglicherweise etwas nicht abgerechnet habe, wird mit Hilfe einer Kamera, die den Inhalt des Wagens scannt.
In der Drogerieabteilung teste ich eine besondere Funktion des Wagens. Mit ein paar Klicks können Kunden nämlich Hilfe holen, wenn man zum Beispiel Schwierigkeiten mit dem Wagen hat oder sein Lieblingsshampoo nicht findet. Ich löse den „Hilferuf“ aus und in unter einer Minute steht Derk Schoneboom vor mir und fragt, wie er mir helfen kann. Das muss er gar nicht, denn ich habe es ja nur getestet. Er berichtet, dass er und seine Kollegen derzeit häufig angepiept werden, um Kunden zu helfen.
Seperate Kasse
Ich rolle weiter und probiere eine weitere Neuerung aus. Lose Ware, die nicht abgewogen oder gescannt wird, kann mit einer sogenannten Easy-Shopper-Nummer registriert werden. Also tippe ich die Nummer für Eier ein, drücke dreimal auf das Plus auf dem Display und lade die drei Eier in meinen Wagen.
Zum Schluss geht es an die Kasse, die von den herkömmlichen Kassen getrennt ist. Anstehen muss ich nicht. Als ich vor Kassiererin Katrin de Vries stehe, informiert mich der Wagen, dass eine Altersprüfung stattfinde – schließlich habe ich eine Flasche Wein gekauft.
Eine Sache ist lästig
Fazit: Das Einkaufen mit dem Easy-Shopper ist einfach. Lästig ist eigentlich nur, dass ein Smartphone mit der App oder eine Deutschland-Card benötigt wird. Ansonsten kann man gerade an der Kasse sehr viel Zeit dadurch sparen.
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