Stadtentwicklung
Chancen auf Zuschüsse steigen in der Stadt Weener
In der Altstadt von Weener gibt es einen regelrechten Sanierungsboom. In den vergangenen zehn Jahren wurden mehr als 60 denkmalgeschützte Privatgebäude saniert. Es könnten bald noch mehr werden.
Weener - Im Jahr 2009 wurde die Stadt Weener ins Städtebauförderprogramm aufgenommen. Für viele Hauseigentümer war die Aussicht auf Fördermittel ein Anreiz, die Sanierung ihrer alten Gebäude in Angriff zu nehmen. Das Programm löste einen regelrechten Sanierungsboom aus. In den vergangenen zehn Jahren sind im Stadtzentrum mehr als 60 denkmalgeschützte Privatgebäude saniert worden. Es könnten bald noch deutlich mehr werden.
Was und warum
Darum geht es: Weil das Fördergebiet erweitert wird, können künftig nicht nur in der Altstadt von Weener Zuschüsse für Sanierungsmaßnahmen beantragt werden.
Vor allem interessant für: Menschen, die die Entwicklung der Stadt Weener verfolgen und Weeneraner, die sich einen Zuschuss für die Sanierung oder Umgestaltung ihrer Immobilien erhoffen
Deshalb berichten wir: In der Sitzung des Bauausschusses der Stadt Weener wurden die Untersuchungsergebnisse des städtebaulichen Entwicklungskonzepts vorgestellt. Die Autorin erreichen Sie unter: t.gettkowski@zgo.de
Die Stadt Weener will das Gebiet ausweiten, in dem Zuschüsse beantragt werden können – und das nicht nur für die Sanierung denkmalgeschützter Häuser. Mit Hilfe von Fördermitteln können öffentliche Plätze, Straßen und Grünflächen ebenfalls städtebaulich aufgewertet werden – immer unter Berücksichtigung des historischen Ortsbilds.
Entwicklungskonzept für die Stadt
Um das Gebiet der sogenannten Erhaltungssatzung erweitern zu können, mussten aber erst vorbereitende Untersuchungen angestellt und ein städtebauliches Entwicklungskonzept ausgearbeitet werden. In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses der Stadt Weener stellten Caren Mertsch und Katja Schmidt von der Firma Baubecon das Konzept vor.
Bei ihrer Bestandsanalyse waren ihnen im Stadtbild etliche Missstände aufgefallen. Als Beispiel nannten sie die Gewerbebrachen der ehemaligen Puddingfabrik Polak und der Kornbrennerei Ecks. „Sie prägen das Ortsbild negativ“, so Mertsch. Nach Einschätzung von Katja Schmidt mangelt es in Weener außerdem an öffentlich zugänglichen Frei- und Grünflächen. „Die spielen heute in einem urbanen Quartier eine wichtige Rolle. Außerdem lässt sich dadurch das Mikroklima verbessern.“ Die Schaffung öffentlicher Grünflächen, zählt neben der Revitalisierung von Industriebrachen, der städtebaulichen Aufwertung und der Schaffung bedarfsgerechter und sicherer Verkehrsräume zu den vier in dem Konzept erarbeiteten Leitbildern.
Viele Missstände im Stadtgebiet
Im Verkehrsbereich wird erheblicher Verbesserungsbedarf gesehen. Schmale Fußwege entlang Oster-, Süder- und Mühlenstraße erschwerten die Fortbewegung von mobilitätseingeschränkten Menschen erheblich. Als gefährlich stuften die Expertinnen den Einmündungsbereich der Rathausstraße zur Süderstraße ein. Weil der Bereich durch Büsche und parkende Fahrzeuge schlecht einsehbar sei, berge er eine erhöhte Unfallgefahr.
Vier Teilabschnitte wurden als Erweiterungsbereiche festgelegt: der nordwestliche Bereich der Norderstraße an der B 436 sowie eine zusammenhängende Gesamtfläche, die die Kornbrennerei Ecks, die Puddingfabrik Polak, die Kleintierhalle sowie das Bahnhofsumfeld bis zum Wasserturm umfasst. Im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung sind aber auch zwei Anträge auf Aufnahme in das Fördergebiet eingegangen: die Gewerbeflächen an der Straße Zum Schöpfwerk und das Grundstück Osterstraße 2/Bürgermeister-Werner-Straße.