Gebäude
Hoffnung auf großen Saal am Fehn
Seit fast zwei Jahren gibt es keinen Saal mehr in Westrhauderfehn. Nun überlegt ein Investor einen Saal zu sanieren. Bevor die Überlegungen reifen können, muss ein anderes Projekt fertig werden.
Westrhauderfehn - Die Vereine in Westrhauderfehn und Umgebung dürfen wieder auf einen großen Saal hoffen. Gedankenspiele, die Räumlichkeiten im ehemaligen Hotel „Wester Fehn“ wieder herzustellen, bestätigt der Investor aus Rhauderfehn, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will.
Eine endgültige Entscheidung darüber, werde allerdings nicht zeitnah fallen. „Wichtiger ist für uns der Vorderteil des Gebäudes“, sagt der Investor auf Anfrage. Dort sollen Wohnungen zwischen 40 und 80 Quadratmeter entstehen. Vor rund 14 Tagen sind Gebäudetechniker mit den Arbeiten im Gebäude angefangen. „Wir hoffen, Ende nächsten Jahres fertig zu werden.“ Erst dann werde über den Saal entschieden.
Wichtig für Westrhauderfehn
Seitdem das Verlaatshuus vor rund zwei Jahren geschlossen hat, gibt es in Westrhauderfehn keinen größeren Saal mehr. Das Hotel „Wester Fehn“ hatte bereits im Jahr 2016 den Hotel- und Saalbetrieb eingestellt.
Dass in Westrhauderfehn in naher Zukunft wieder ein Saal entstehen könnte, stößt bei Ortsbürgermeister Wilhelm Roßbach auf wohlwollen: „Das ist sehr wichtig, dass Vereine in Westrhauderfehn bleiben können.“ Derzeit gebe es nur direkt nur hinter der Ortsgrenze in Rhaudermoor die Gaststätte Plümer mit einem Saal. Der Raum bietet Platz für etwa 120 Besucher.
Chronik: Vom Hotel „Frisia“ zu „Nanninga“ und „Wester Fehn“
1870: Friedrich und Hasekea Bahns lassen das Hotel „Frisia“ am Untenende in Rhauderfehn bauen.
1918: Im Saal des Hotels „Frisia“ betreibt Sohn Jelly Bahns im Saal das erste Kino im Oberledingerland. Unter anderem werden dort Western gezeigt. Bis Mitte der 1950er-Jahre wurden dort Kinofilme gezeigt.
1926: Es wurde erstmals eine Ausweitung der Kirmes auf die Südseite des Untenendes erwähnt. Beim Hotel Frisia stand ein Fahrgeschäft: eine Berg- und Talbahn.
1956: Gerhard Nanninga aus Düsseldorf übernimmt das Gebäude und benennt es in Hotel Nanninga um. Damals hatte Tochter Rosemarie gerade die Hotelfachschule beendet. Das alte Hotel wird abgerissen und neu gebaut. Nur die Kegelbahn bleibt bestehen, wird aber komplett erneuert.
1988: Nach dem Tod des Vaters Gerhard Nanninga hat sie Rosemarie Klein mit ihrem Ehemann Horst auch die Leitung übernommen.
1989: Große Umbau- und Sanierungsmaßnahmen standen an. Jetzt verfügte jedes Zimmer über Bad und Dusche, das Dachgeschoss wurde ausgebaut, die Küche neu ausgestattet, die Außenfassade im Landhausstil erneuert.
2007: Nanningas Tochter Rosemarie Klein hat fast ein halbes Jahrhundert in dem Hotel gearbeitet. Nun übergibt sie das Hotel an Reinhard und Christine Wölke. Ab jetzt heißt es Hotel „Wester Fehn“.
2016: Der Hotelbetrieb wird aufgegeben. Bis Herbst 2020 mietet der Leinerstift das Gebäude und betreut dort unbegleitete jugendliche Flüchtlinge.
2020: Das ehemalige Hotel wird nicht mehr genutzt. Bis Ende 2022 sollen darin sechs Wohnungen entstehen.