Verkehr

Stadtradeln: Leeraner erradelten eine halbe Million Kilometer

Katja Mielcarek
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Von Katja Mielcarek
| 02.10.2021 14:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Allein oder in der Gruppe haben im September rund 2300 Leeraner gut eine halbe Million Kilometer für das diesjährige Stadtradeln gesammelt. Foto: Wolters / Archiv
Allein oder in der Gruppe haben im September rund 2300 Leeraner gut eine halbe Million Kilometer für das diesjährige Stadtradeln gesammelt. Foto: Wolters / Archiv
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Die Stadt Leer landet beim diesjährigen Stadtradel-Wettbewerb bei den Städten ihrer Größenordnung bundesweit wohl wieder auf Platz zwei. Aber beim Stadtradeln geht es um mehr.

Leer - Mehr als eine halbe Million Kilometer haben die gut 2300 Leeraner Teilnehmer am Stadtradeln in diesem Jahr zusammengeradelt. Das Stadtradeln ist ein bundesweiter Wettbewerb, bei dem die Teilnehmer drei Wochen lang möglichst viele Alltagswege statt mit dem Auto mit dem Fahrrad erledigen. Die so gefahrenen Kilometer werden für die eigene Kommune gesammelt. Die Städte, Gemeinden und Landkreise ermitteln eine Rangliste in ihren jeweiligen Größenordnungen.

Was und warum

Darum geht es: Leer erreicht beim Stadtradeln wohl wieder Platz zwei bei den Städten zwischen 10.000 und 49.999 Einwohnern. Die Stadt nutzt den Wettbewerb auch, um die Bedingungen für Radfahrer zu verbessern.

Vor allem interessant für: aktuelle und zukünftige Teilnehmer am Stadtradeln

Deshalb berichten wir: Das diesjährige Stadtradeln für die Stadt Leer ist abgeschlossen. Zeit für eine Bilanz.

Die Autorin erreichen Sie unter: k.mielcarek@zgo.de

Leer gehört in die Gruppe der Städte mit Einwohnerzahlen zwischen 10.000 und 49.999 Einwohnern und ist in diesem Jahr zum fünften Mal dabei. Bei den ersten drei Teilnahmen erradelten sich die Leeraner jeweils Platz eins. Im vergangenen Jahr war es Platz zwei hinter dem baden-württembergischen Tuttlingen.

Stadtverwaltung ist hochzufrieden

Aber beim Stadtradeln geht es in erster Linie nicht um den Wettbewerbsgedanken, sondern darum, das Bewusstsein zu wecken, dass das Fahrrad viel häufiger eine Alternative zum Auto sein könnte, als vielen bewusst ist. Auch die Bedürfnisse der Radfahrer sollen bei der Politik vor Ort durch diese Aktion auf die Tagesordnung rücken.

Bei der Leeraner Stadtverwaltung ist man hochzufrieden mit dem diesjährigen Ergebnis. „In diesem Jahr hat die Stadt Leer – einigen Unkenrufen zum Trotz – beim Stadtradeln erneut ein fantastisches Ergebnis hingelegt“, schreibt Stadtsprecherin Mara Büüsker auf Anfrage. Auch technisch habe alles gut geklappt. Die Radfahrer hatten die Möglichkeit, der Stadtverwaltung Mängel zu melden, die sie während ihrer Touren bemerkt haben. Diese Meldungen werde die Stadtverwaltung in ihrer Betrachtung behalten, so Büüsker.

3200 Kilometer und 173 Stunden auf dem Rad

Jede Menge von solchen Meldungen, Anregungen und Warnungen hat Philip Giertz beigesteuert. Er ist einer von drei Leeraner Stadtradel-Stars, die helfen sollen, das Stadtradeln vor Ort voranzutreiben. Er war schon im vergangenen Jahr der Teilnehmer, der es in Leer auf die meisten gefahrenen Kilometer gebracht hat. In diesem Jahr waren es gut 3200 Kilometer, für die er innerhalb der drei Wochen 173 Stunden auf dem Fahrrad verbracht hat. Neben gefährlichen Stellen und unklaren Vorfahrtsregelungen kritisiert Giertz in seinem Tagebuch auf der Stadtradel-Homepage auch unangemessenes Verhalten von Auto- und Radfahrern. Beide hielten sich oft nicht an die Verkehrsregeln, was unnötige gefährliche Situationen heraufbeschwöre.

Das Radfahren und die Situation der Radfahrer im Stadtverkehr ist in Leer in den vergangenen Jahren stärker in den Fokus der Politik gerückt. Derzeit werden Ostersteg und Bürgermeister-Ehrlenholtz-Straße radverkehrsfreundlich umgebaut und der Bummert wird entschärft. Regionale Radwege, die durch Leer führen, sollen in den nächsten Jahren aufgewertet werden. Außerdem werden überdachte Fahrradabstellmöglichkeiten und Ladestationen für E-Bikes gebaut, am Bahnhof wird es 2023 eine Fahrradstation geben.

Nur knapp hinter Tuttlingen

Auch wenn der Wettbewerbsgedanke beim Stadtradeln nicht im Vordergrund steht, ganz abschalten kann man ihn nicht. Deshalb geht der Blick viele Leeraner wieder gen Baden-Württemberg in die 37.000-Einwohner-Stadt Tuttlingen, die Leer im vergangenen Jahr mit mehr als 700.000 gefahrenen Kilometern Platz eins weggeschnappt hatte. Auch in diesem Jahr liegen die Tuttlinger vor den Leeraner, allerdings nur ziemlich knapp: Am Freitagabend waren es nur etwa 30.000 Kilometer. Ein Klacks nach dem Vorsprung von 250.000 Kilometern aus dem Jahr 2020.

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Dafür kann Leer aber Platz eins in Ostfriesland für sich beanspruchen. In diesem Jahr gab es zum ersten Mal Konkurrenz in der eigenen Klasse: Emden war mit dabei – und blieb rund 200.000 Kilometer hinter dem Leeraner Ergebnis zurück. Bis zum Dienstag können die Teilnehmer übrigens noch gefahrene Kilometer nachmelden. Das gilt allerdings nicht für die Tuttlinger. Dort war das Stadtradeln schon im Juli abgeschlossen worden.