Osnabrück

Deutlicher Ernte-Einbruch: Wurden dieses Jahr weniger Erdbeeren gegessen?

Nina Kallmeier
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Von Nina Kallmeier
| 30.09.2021 10:51 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Erdbeersaison ist vorbei. Geerntet worden ist in Deutschland wohl deutlich weniger als noch im Jahr zuvor. Foto: Uli Deck
Die Erdbeersaison ist vorbei. Geerntet worden ist in Deutschland wohl deutlich weniger als noch im Jahr zuvor. Foto: Uli Deck
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Die Erdbeer-Ernte ist für Landwirte in diesem Jahr nur mäßig verlaufen. Dafür haben laut Deutschem Bauernverband Kälte und Regen gesorgt. Ein höherer Mindestlohn für Erntehelfer könnte zudem zum Risiko für Erzeuger werden.

Die Erdbeer-Häuschen sind abgebaut, die Saison der roten Früchte ist vorbei. Allerdings werden in diesem Jahr landauf landab wohl weniger Erdbeeren gegessen und Erdbeerkuchen gebacken worden sein. Die Erntemenge in Deutschland ist deutlich zurückgegangen, wie der Deutsche Bauernverband auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte. „Wir rechnen derzeit mit einer Erdbeeren-Erntemenge von 90.000 Tonnen“, sagt Lilian Heim, Referentin für Sonderkulturen des Bauernverbandes. Genau Statistiken werden erst im kommenden Jahr veröffentlicht.

40 Prozent weniger Erdbeeren geerntet

Zum Vergleich: Im ersten Corona-Jahr 2020 lag die Erntemenge noch bei 152.176 Tonnen. Sprich: In diesem Jahr haben Landwirte in Deutschland 40 Prozent weniger Erdbeeren vom Feld geholt. Der Grund dafür liegt Heim zufolge auch an der Witterung. Anfang des Jahres sei es viel zu kalt gewesen, anschließend kam der Regen.

Für die Erdbeer-Pflanzen, die in Deutschland zuletzt 2020 auf mehr als 16.000 Hektar angebaut wurden, keine guten Bedingungen. Zumal mit mehr als 14.000 Hektar vor allem auf Freiland angebaut wird. Allerdings: Diese Freiland-Flächen gehen zugunsten des geschützten Anbaus zurück. „Dieser Trend hält seit Jahren an und wird sich erfahrungsgemäß fortsetzen“, so die Referentin für Sonderkulturen.

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Bedroht der Mindestlohn für Erntehelfer Existenzen?

Und was ist aus den hohen Preisen zu Beginn der Saison geworden? Bis zu zehn Euro das Kilo haben Verbraucher da zahlen müssen. Derzeit liegt der durchschnittliche Kilopreis zwischen fünf und sechs Euro, sagt Heim. Dass gerade zu Beginn der Saison die Preise hoch sind, sei nicht verwunderlich. „Die Nachfrage ist da sehr hoch und die Mengen gering.“ Zum Ende der Saison gehe das Interesse der Kunden eher zurück.

Doch nicht nur die Witterung macht den Landwirten Probleme, auch den steigenden Mindestlohn sieht man beim Deutschen Bauernverband als Risiko für die Erdbeer-Erzeuger. „Landwirte und Landwirtinnen müssen kostendeckend für ihre Waren entlohnt werden, sonst droht die Abwanderung der Produktion“, warnt Heim. Zuletzt gingen mehr als die Hälfte der in Deutschland geernteten Erdbeeren über die Kassen des Lebensmitteleinzelhandels.

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