Osnabrück
„Unsichtbar“ - der neue Tatort aus Dresden ist richtig spannend
„Unsichtbar“ heißt am Sonntag der neue Tatort aus Dresden. Inszeniert hat ihn mit Sebastian Marka ein ausgewiesener Meister der Spannung. Einschalten!
Es ist ein immer wieder gern in Fernsehkrimis verwendetes Motiv, für das es im wahren Leben eigentlich nur wenige Vorlagen gibt: Ermittler versuchen nicht nur, einen Fall zu lösen, sondern geraten auch selbst ins Visier eines unheimlichen Täters. Im neuen Dresdner Tatort ist es - nicht zum ersten Mal - die Kommissarin Karin Gorniak (Karin Hanczewski).
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Gleich zu Beginn erleidet sie während eines Einsatzes einen unerklärlichen Schwächeanfall - es wird nicht der letzte bleiben. Kurz darauf findet sie vor ihrer Haustür einen in einer Streichholzschachtel als Geschenk verpackten USB-Stick, auf dem verschwommene Bilder einer Party zu sehen sind. Und schließlich wird sie von der Straße aus dabei fotografiert, wie sie sich die schmerzende Hand reibt.
Ganz ähnlich geht es der jungen Café-Betreiberin Anna Schneider (Milene Tscharntke). Tote Ratten hinter der Tür, anonyme Anrufe eines Stalkers, plötzliche brennende Schmerzen, die sich bis zur Unerträglichkeit steigern. Nach einer besonders schweren Schmerzattacke rennt die eigentlich kerngesunde Frau auf die Straße - und bricht tot zusammen.
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Damit hat die Dresdner Mordkommission nicht nur einen neuen Fall, sondern Karin Gorniak auch allen Grund, sich Sorgen zu machen. Bei der Kommissarin schrillen sämtliche Alarmglocken, auch wenn sie mit der Toten vermeintlich keine Berührungspunkte hatte. Doch statt sich ihrem Chef Michael Schnabel (Martin Brambach) und ihrer Kollegin Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) anzuvertrauen, hüllt sie sich zunächst einmal in Schweigen. Und Schnabel glaubt nicht mal an einen Mordfall.
Mit Sebastian Marka hat ein ausgewiesener Spezialist für Spannung das Drehbuch von Michael Comtesse zu diesem Tatort inszeniert. Erst im letzten Jahr hatte sich der Regisseur mit der Folge „Parasomnia“ um den Dresdner Tatort verdient gemacht, nun legt er nach. Und kann dabei auf ein unter anderem mit Anna Maria Mühe, Christian Friedel und Matthias Lier bestens besetztes Ensemble zurückgreifen.
Es ist ein Krimi wie ein Puzzle - nur nach und nach fügen sich die einzelnen Teile zu einem Bild zusammen. Wieder einmal beweist Sebastian Marka, dass er ein Meister des perfekten Spannungsbogens ist. Wobei Auflösung und Finale nicht nur packend sind, sondern auch ein bisschen arg konstruiert erscheinen.
Tatort: Unsichtbar. Das Erste, Sonntag, 17. Oktober, 20.15 Uhr.
Wertung: 5 von 6 Sternen