Küstenrudern
Ostfriese kämpft sich bei WM durch die Wellen des Atlantiks
Maiko-Benedikt Remmers aus Aurich ist bei der Weltmeisterschaft im Coastal Rowing in Portugal mit dabei. Im Beach-Sprint schied er vorzeitig aus. Am Donnerstag startet er aber ein weiteres Mal.
Oeiras - Maiko-Benedikt Remmers vom Ruderverein Argo Aurich erfüllt sich mit seiner Teilnahme an der WM in Portugal gerade einen Traum. Am Wochenende trat er in Oeiras im Westen der Region Lissabon bei der Weltmeisterschaft im Coastal Rowing an. „Allein bei der WM dabei zu sein, ist schon ein großer Erfolg für mich“, sagte der Ostfriese. In der Disziplin Beach-Sprint schied er am Sonnabend zwar vorzeitig aus, doch am Donnerstag geht es für den Ostfriesen ein weiteres Mal aufs offene Meer.
Coastal Rowing (zu Deutsch: Küstenrudern) gilt laut Deutschem Ruderverband als Wildwasser-Variante des Ruderns. Die Wettkämpfe werden überwiegend auf dem Meer ausgetragen, sodass die Naturgewalten eine entscheidende Rolle spielen. Die Sportler müssen nicht nur gegen Wind, Wasser und Wellen kämpfen, sondern müssen diese Bedingungen auch für sich zu nutzen wissen.
Beach-Sprint soll olympisch werden
Maiko-Benedikt Remmers ist mit seinem Vater Wiard Cordes, der ihn zugleich als Trainer begleitet, nach Portugal gereist. Am Wochenende startete Remmers im Beach-Sprint. Diese Disziplin soll voraussichtlich 2028 olympisch werden. Für Remmers ist es bereits der zweite internationale Auftritt in dieser Kategorie. Im Oktober vergangenen Jahres war er in Italien gestartet und maß sich dort mit europäischer Konkurrenz. Sein WM-Ticket für Portugal sicherte er sich Ende August mit einem Sieg im nationalen Ausscheidungswettkampf in Bremerhaven.
Beim Beach-Sprint treten zwei Konkurrenten im direkten Duell gegeneinander an. Gestartet wird am Strand. Nach dem Startsignal sprinten die Ruderer durch den Sand ins Wasser, wo zwei Helfer bereitstehen und das Boot festhalten. Dann beginnt der kräftezehrende Ruder-Spaß gegen die Wellen. Auf der 250 Meter langen Strecke befinden sich in jeweils 85-Meter-Abständen drei Bojen. Die erste müssen die Sportler rechts an sich vorbeiziehen lassen, an der zweiten rudern sie links vorbei und an der dritten Boje wird gewendet. Auf direktem Weg rudern die Teilnehmer zurück Richtung Strand und rennen ins Ziel.
Remmers geriet in ein Wellental
Am Freitag ging es in Oeiras mit dem Zeitfahren los. In der Männer-Einer-Klasse waren 23 Teilnehmer aus aller Welt am Start – darunter Remmers im deutschen Trikot. Mit einer guten Zeit von 2:50.67 Minuten belegte er den 13. Platz. In der zweiten Runde ging es im K.o.-System weiter. Für den Ostfriesen lief es am Sonnabend dann allerdings nicht mehr ganz so gut – trotz eines guten Starts und langer Führung vor seinem Konkurrenten aus Tschechien. „Kurz vor dem Strand bin ich in ein Wellental geraten, wodurch mein Boot ausgebremst wurde“, berichtete Remmers. Es sei auch immer etwas Glück dabei, das entscheidet, wie gut die Ruderer auf den Wellen „mitsurfen“ könnten. Im Ziel wurden für ihn 3:01,95 Minuten gestoppt. Das bedeutete Platz neun und das vorzeitige WM-Aus im Beach-Sprint. Dabei war der Abstand zum Achtplatzierten hauchdünn: Kealan Mannix aus Irland erreichte nach 3:00:51 Minuten das Ziel. Rang acht hätte Remmers zum Weiterkommen gereicht. „Mein Ziel war es, bis in Runde drei zu kommen“, sagte er. „Aber man muss bedenken, dass hier viele Spitzensportler und teilweise Olympioniken im Rudern am Start sind. Da bin ich als Amateursportler in der krassen Außenseiterrolle“, sagte der 33-jährige Polizeibeamte.
Am Dienstag absolvierte Remmers ein erstes Training auf dem Atlantik. „Auf dem offenen Meer zu fahren, ist für mich noch einmal etwas komplett anderes“, erklärte der Auricher Küstenruderer, der häufig auf der Nordsee trainiert. Am Dienstag fuhr er die Strecke im Zweier mit einem Trainingspartner aus Berlin ab, da Christian Vennemann erst an diesem Mittwoch anreist. „Die Strecke ist mit dem hohem Wellengang sehr anspruchsvoll“, erklärte Remmers. Die Bedingungen auf dem offenen Meer können beim Rennen am Donnerstag aber wieder völlig anders sein.