Strande

Lauterbach von Kubicki angegriffen: In der Dorfkneipe nennen sie ihn „Spacken“

Sven Husung
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Von Sven Husung
| 22.09.2021 18:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach und FDP-Vize Wolfgang Kubicki debattieren gern über die Pandemiemaßnahmen. Foto: imago images (links C. Hardt/Future, rechts Christian Spicker)
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach und FDP-Vize Wolfgang Kubicki debattieren gern über die Pandemiemaßnahmen. Foto: imago images (links C. Hardt/Future, rechts Christian Spicker)
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Wolfgang Kubicki ist bekannt für seine Angriffslust und Kritik an den Corona-Beschränkungen. Einige „unsinnige Regeln“ habe er selbst ignoriert. Was er über Karl Lauterbach sagt, verärgerte diesen, wie ein Tweet zeigt.

Es ging um Gendersprache, Klimaschutz und Herausforderungen des Politbetriebs - besonders zum Thema Corona hat sich Wolfgang Kubicki gegenüber der „Bild“ aber unverblümt geäußert. 

In einem Interview in seinem Heimatort Strande an der Ostsee verriet der FDP-Bundesvize und schleswig-holsteinische Spitzenkandidat, dass er die Corona-Maßnahmen nicht nur öffentlich als Politiker kritisiert habe, sondern als Privatperson auch bewusst gegen einige verstoßen habe. 

„Wir hatten hier keinen einzigen Fall im Ort“

Er habe etwa Freunde, Nachbarn und seine Kinder einzeln getroffen, als es verboten war. Abseits der Hotspots seien die Corona-Regeln „unsinnige Maßnahmen“ gewesen. „Kein Mensch hat sich daran gehalten, selbstverständlich haben sich die Paare weiter getroffen wie vorher auch.“

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Auch in Kneipen, die sich dem Lockdown widersetzen und trotzdem Gäste bewirteten, sei er mal gewesen: „Was denn sonst? Wir hatten hier keinen einzigen Fall im Ort. Das waren keine Corona-Partys, da haben sich Leute am Stammtisch getroffen, weil sie gesagt haben: Hier ist nichts“, so Kubicki gegenüber „Bild“. Sein Verhalten begründet der 69-Jährige so: „Ich habe von meinem Recht auf autonomes Handeln Gebrauch gemacht.“

Karl Lauterbach spricht von „unwürdiger Einlassung“

Auch über sein Verhältnis zu SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbrach äußerte sich Kubicki. Er schätze ihn sehr und habe leidenschaftlich mit ihm über Pandemiefragen diskutiert - „er aus medizinischer Sicht, ich aus juristischer Sicht.“ Trotz unterschiedlicher Auffassungen könne man mit ihm gut diskutieren. Sich in einer Sache zu streiten, ohne sich zu sehr an die Wäsche zu gehen, sei „in Deutschland unterentwickelt.“ Genau auf dieses Interview reagierte Lauterbach jetzt verärgert - denn Kubicki hatte noch mehr zu Lauterbach zu sagen.

Die Menschen - zum Beispiel in Kubickis Stammkneipe - würden „nicht positiv“ auf Lauterbach reagieren. „Man würde im Norden so sagen 'Spacken' oder 'Dumpfbacke.'“ Auch die Menschen in Leverkusen würden ähnlich empfinden. Das sei Lauterbach aber bewusst. Damit spielte Kubicki auf die zahlreichen Anfeindungen an, die Lauterbach wegen seiner Mahnungen bezüglich der Corona-Pandemie erhält. Der SPD-Mann findet das offensichtlich nicht lustig. Auf Twitter schrieb er wenige Stunden nach der Veröffentlichung von Kubickis Interview am Mittwoch:

Der Starpianist Igor Levit sprang Lauterbach - ebenfalls bei Twitter - zur Seite:

Gendern als Störgeräusch im TV und Greta-Hype

Auch zur Gender-Sprache äußerte sich Kubicki in dem Gespräch: „Wenn ich das im Fernsehen höre, denke ich manchmal, das ist eine Störung.“ Aber solange er so sprechen könne, wie er wolle, sei ihm das egal.

Die Grünen kritisierte der FDP-Mann dafür, das vermeintlich einzige Mittel gegen die Klimakrise für sich zu reklamieren. Von Verzicht halte er außerdem nichts, man müsse sich "überlegen, welche großen technologischen Entwicklungen können wir ins Werk setzen, um CO2 im großen Maßstab zu ersetzen.“

Auch der Hype um Greta Thunberg habe die Menschen nicht wesentlich weiter gebracht, „außer einige Kids auf die Straße.“ Und: „Auch Teenager können geniale Ideen haben - aber etwas mehr Lebenserfahrung wäre schon hilfreich.“

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