Kirche
Nach 19 Jahren Abschied vom Fehn
Hermann Detjen wird am Sonntag, 19. September, in der Hoffnungskirche in Westrhauderfehn verabschiedet. Er war fast 20 Jahre lang Pastor in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Rhauderfehn.
Westrhauderfehn - „Ich bin traurig, Rhauderfehn zu verlassen“, sagt Pastor Hermann Detjen, der fast 20 Jahre lang in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Rhauderfehn tätig war. Am Sonntag, 19. September, wird er in der Hoffnungskirche in Westrhauderfehn verabschiedet. Er tritt danach eine neue Stelle als Pastor in Kirchwalsede bei Rotenburg an der Wümme an.
Detjen, der gebürtig aus der Nähe von Bremen stammt, ist 2002 nach seinem Theologie-Studium nach Ostfriesland gekommen. Bei der Bewerbung konnte er sich einen Sprengel aussuchen, in dem er gerne arbeiten wollte. „Ein Sprengel ist nach Kirchengemeinde und -kreis die nächst größere organisatorische Einheit“, erklärt der 54-Jährige. „Ostfriesland ist ländlich, wie meine Heimat. Das gefiel mir.“ Nun geht er in das ebenso ländliche Kirchwalsede, um näher an den Eltern und Schwiegereltern zu leben, so der Pastor.
Begegnungen in der Kirchengemeinde sind ihm wichtig
Zu seiner Arbeit als Pastor der Westhrauderfehner Kirchengemeinde zählten selbstverständlich die Gottesdienste, Taufen, Konfirmationsunterricht, Trauungen und Beerdigungen. Aber auch organisatorische Aufgaben im Kirchenvorstand fielen an, beispielsweise gebe es einen Ausschuss, der Bauarbeiten auf dem Kirchengelände regele. Bei solchen Verwaltungsarbeiten helfe Detjen seine Ausbildung zum Verwaltungswirt, die er vor seinem kirchlichen Abschluss gemacht hat. „Die Ausbildung hat mir den Umgang mit den Verwaltungsstrukturen der Kirche erleichtert“, freut er sich.
Für ihn als Pastor sei es immer das Tollste, wenn er mit den Menschen in der Kirchegemeinde Erfahrungen austauschen könne, seien es nun besonders freudige wie bei einer Taufe, oder besonders traurige wie bei einer Beerdigung. „Es ist schön für mich, wenn ich sehe, dass ich den Hinterbliebenen bei einer Beerdigung durch meine Worte Trost spenden kann“, so Detjen. „Wenn ich in deren Gesichtern lesen kann: Da ist etwas passiert.“
In der Hoffnungskirche war Detjen Teil von einem gemeinsamen „Wir“
Detjen sehe seine Aufgabe als Pastor darin, ein Begleiter für die Menschen zu sein – im Fröhlichen wie im Traurigen. Die Kirche solle jedem, der dies möchte, Trost, Hoffnung, Motivation und Wissen vermitteln. Glaube bedeutet für Detjen, der seinen Tag stets mit einer kurzen, persönlichen Andacht beginnt, jemanden oder etwas zum Festhalten zu haben. „Der Glaube, an dem wir uns festhalten, gibt uns die Motivation, bessere Menschen zu werden.“
Der Pastor hofft, in seiner neuen Kirchengemeinde auf ein ebenso angenehmes Umfeld wie in Rhauderfehn zu treffen. „Wir waren hier immer ein Team, egal ob beim Konfirmationsunterricht oder auf Kirchenfreizeiten – diese Gemeinschaft wird mir fehlen.“
Immer an alle gedacht
Thomas Kersten, Superintendent des Kirchenkreises Rhauderfehn, kennt Hermann Detjen als einen hilfsbereiten, gemeinschaftlichen Kirchenkollegen. „Sein Anliegen ist es, Glauben und Leben in der Gemeinde zu teilen. Dabei verliert er auch diejenigen nicht aus den Augen, die nicht regelmäßig im Gottesdienst zu finden sind“, so Kersten. „Als Jugendpastor des Kirchenkreises ist ihm eine solide Kinder-und Jugendarbeit wichtig und gerne arbeitet er im Team mit anderen Mitarbeitenden zusammen.“
Für Pastor Hermann Detjen findet am Sonntag, 19. September, ab 17 Uhr ein Abschiedsgottesdienst in der Hoffnungskirche in Westrhauderfehn statt. Es ist keine geschlossene Veranstaltung. An dem Gottesdienst darf jeder gerne teilnehmen.