Fußball

Drei Siege bis zum DFB-Pokal: Giftpfeile vor Kickers-Spiel

| | 14.09.2021 13:38 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Vor genau zwei Jahren waren die Heeslinger (grünes Trikot) in Emden zu Gast. Damals siegte Kickers (rechts Heiko Visser) mit 2:1. Foto: Doden
Vor genau zwei Jahren waren die Heeslinger (grünes Trikot) in Emden zu Gast. Damals siegte Kickers (rechts Heiko Visser) mit 2:1. Foto: Doden
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Emden erwartet am Mittwoch den Heeslinger SC. Weil der HSC nach dem Emder Sieg in der Oberliga Protest einlegte, gab es verbalen Zoff zwischen den Klubs. Der HSC legte Sonntag noch einmal nach.

Emden - Wenn Rivalitäten und kleine Scharmützel die Zuschauerzahlen wirklich in die Höhe treiben, dann darf sich Kickers Emden am Mittwoch auf eine tolle Kulisse freuen. Im Viertelfinale des Verbandspokals ist um 19.30 Uhr der Oberliga-Rivale Heeslinger SC zu Gast. Seitdem die Heeslinger zum Saisonauftakt gegen Kickers Emden mit 1:2 verloren haben und gegen die Wertung dieser Partie Protest einlegten, fliegen Giftpfeile von Bremen Richtung Ostfriesland und in die umgekehrte Richtung.

Kickers-Trainer Stefan Emmerling mahnt aber zur Besonnenheit. „Ich hoffe, auf den Rängen geht es gesittet zu. Für uns geht es nur um den sportlichen Erfolg.“ Schließlich ist der Gewinner der Partie lediglich zwei Erfolge vom DFB-Pokal entfernt. „Hoffentlich haben wir eine ähnliche Zuschauerzahl wie beim Sieg über Lohne“, sagt Emmerling. Da waren es 800 Besucher. „Es gibt Leute bei uns im Verein, die rechnen sogar mit noch mehr Fans.“

HSC fühlt sich noch unbesiegt

Der Heeslinger SC hat die Stimmung vor der Partie jedenfalls noch einmal angeheizt und am Sonntag nach dem 2:1-Erfolg über Spelle-Venhaus die Sticheleien gegen die Ostfriesen fortgesetzt. Dabei hat das Verbandssportgericht den Protest, in dem die Spielberechtigung des Emder Akteurs Nikky Goguadze in Zweifel gezogen wurde, längst abgewiesen. Aber auf der Facebook-Seite des HSC wurde die Niederlage gegen Kickers Emden schlichtweg negiert. „Der Heeslinger SC bleibt weiterhin ungeschlagen“, steht dort seit Sonntag zu lesen.

Stefan Emmerling muss schmunzeln. „Wir gießen kein weiteres Öl ins Feuer“, sagt er. „Die Heeslinger Spieler können doch nichts dafür.“ Und auch auf Trainer Lars Uder lässt er nichts kommen. „Als wir dort gespielt haben, war er richtig nett und freundlich.“ Allein das Verhalten von HSC-Teammanager Carsten Schult ärgert den Emder Coach. „Er soll die Fakten nicht weiter vertauschen und so tun, als wenn wir andere veräppeln würden.“ Zugleich hofft Emmerling, dass sich derartige Aktionen nicht aufs Spielfeld und auch nicht auf die Ränge übertragen. „Die Fans können meinetwegen buhen oder pfeifen, aber mehr auch nicht.“

Fans sprechen von „Protestlingen“

Zuletzt machten einige Emder Anhänger bei Facebook ihrem Unmut Luft und nannten Heeslingen unter anderem „SC Protestlingen“. Emmerling wünscht sich im Stadion allein eine faire Unterstützung seiner Mannschaft und ein packendes Fußballfest. Möglicherweise gibt er dem ein oder anderen Akteur vom Sonntag-Duell in Celle (2:1-Sieg) eine Verschnaufpause. „Das Spiel war sehr kräftezehrend. Außerdem rücken die Spieler aus der zweiten Reihe immer näher.“

Weil der DFB-Pokal gar nicht mehr allzu weit entfernt ist, will der BSV-Coach auch nicht um jeden Preis rotieren lassen. „Ich möchte keinen Qualitätsverlust hinnehmen“, sagt er. „Aber vielleicht bringt uns ein frischer Spieler weiter als ein ermüdeter.“

Torhüterfrage noch offen

Ungeklärt ist noch die Torhüterfrage. Nils Ludwig steht normalerweise immer bei Pokalspielen im Tor. Aber der VW-Mitarbeiter hat in dieser Woche Spätschicht. Bis Dienstagnachmittag war noch nicht sicher, ob er für das Pokalspiel zur Verfügung steht.

Ansonsten hat der Trainer wie so oft in letzter Zeit bei der Aufstellung die Qual der Wahl. Doch egal, wen er zuletzt nominierte, fast alle Akteure zahlten es mit Höchstleistung zurück.

Das erwartet er auch im Duell der neuen Rivalen. Auch wenn Emmerling nicht darüber spricht, ein Erfolg würde den BSV Kickers nicht nur dem DFB-Pokal ein gutes Stück näher bringen, sondern nach den Heeslinger Giftpfeilen der vergangenen Wochen sicherlich auch für ein klein wenig Genugtuung sorgen.

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