Fußball
TSV-Trainer schwärmt von seinem 53-jährigen Torwart
Frank Hinrichs ist ein Phänomen: Mit 53 Jahren hütet er das Tor des TSV Ostrhauderfehn. Das ist gewiss nicht alltäglich. Ebenso wenig wie die vielen „Familientreffen“ beim Derby in Westrhauderfehn.
Ostfriesland - Beim TSV Ostrhauderfehn herrschte am Sonntag Feierstimmung. In der Ostfrieslandliga fuhr die Mannschaft von Trainer Jörg Romanowski gegen den SV Ems Jemgum den ersten Saisonsieg ein – und das gleich mit 7:0.
Ein besonderer Tag war es auch für Frank Hinrichs. Der Torwart des TSV feierte am Sonntag nämlich seinen 53. Geburtstag. „Nach dem Spiel war die Erleichterung und die Freude über den ersten Sieg groß, darauf haben wir auch mit einigen Getränken angestoßen. Für unseren Torwart Frank Hinrichs war der Sieg ein schönes Geschenk, mit 7:0 gewinnt man ja nicht jedes Wochenende. Frank hat sich aber mehr darüber gefreut, dass wir zu Null gespielt haben“, sagt Trainer Jörg Romanowski und lobt den Routinier in höchsten Tönen. „Frank ist immer einer der ersten beim Training und legt sogar Extra-Schichten ein. Dass er in seinem Alter immer noch topfit ist, verdient den größten Respekt. Frank investiert dafür aber auch sehr viel. Von seinem Ehrgeiz können sich einige der jüngeren Spieler eine Scheibe abschneiden“, sagt Romanowski.
Einsatz für den fleißigen Ersatzmann
„Wenn Frank beim Training mal fehlt, dann hat er auch wirklich etwas“, fügt Romanowski an. Am Sonntag gönnte der TSV-Trainer seinem Keeper zum Geburtstag noch einen Extra-Applaus, als er ihn in der 82. Minute für Ersatzmann Nico Straatmann auswechselte.
„Frank ist nie begeistert, wenn er vom Platz muss. Am Ende saß er aber mit einem Lächeln auf der Bank und wird beim Training sicherlich den obligatorischen Kasten Bier ausgeben. Zudem wollten wir Nico Straatmann, der sich im Training immer voll reinhängt, auch einen Einsatz geben. Jemgum hatte den Wechsel zunächst als Demütigung verstanden, dieses Missverständnis haben wir aber schnell aus der Welt geschaffen“, sagt Romanowski.
„Familientreffen“ in der Ostfrieslandliga
Gefeiert wurde am Wochenende auch in Westrhauderfehn. Zum einen gewann die U23 von TuRa 07 das Derby gegen den Holter SV mit 2:0. Außerdem gab es ein „Familientreffen“.
Als das Ostrieslandligaderby abgepfiffen wurde, jubelte nach dem 2:0-Erfolg der Heimmannschaft mit dem Trainerduo Stefan und Andreas Brelage nicht nur ein Brüderpaar. Für die Tore sorgten wie schon beim Auftaktsieg gegen Nortmoor Marcel und Marc Schulte. Mit ihnen freuten sich Vater, Teammanager und Ex-Trainer Matthias sowie Onkel Christian, der als Fußballobmann und Stadionsprecher die Treffer seiner Neffen stolz verkündete. Mit Thies und Neels Schulz war ein weiteres Bruderpaar am Erfolg beteiligt.
Familienfrust in Holte
Weniger Grund zum Feiern hatten die Brüder beim Holter SV. Dominik Dendzik und sein zur Halbzeit eingewechselter Bruder „Bertie“– zugleich 1. Vorsitzender des HSV – konnten die Niederlage ebenso wenig abwenden, wie Jonte und Thore Marks. Auch an der Seitenlinie dominierte der Familienfrust. Trainer Aku Schick musste nicht nur die Derbyniederlage verkraften, sondern auch noch das Ausscheiden seines schon angeschlagen ins Spiel gegangenen Sohnes Salim mit einer Oberschenkelverletzung in der 70. Minute. Auch für Co-Trainer Thorsten Meyer und seinen Vater Günther, der seit vielen Jahren als Betreuer im Einsatz ist, gab es keinen Grund zum Jubeln.
Gespalten war die Stimmung im Hause Möhlmann. Währen der 21-jährige Hannes im TuRa-Trikot den zweiten Saisonerfolg feierte, musste Bruder Lukas auf Holter Seite die zweite Niederlage hinnehmen. Da beide in erster Linie mit Defensivaufgaben beschäftigt waren, blieben direkte Kontakte aus. Frotzeleien dürften anschließend aber nicht ausgeblieben sein.