Pflege
Zeichen für mehr Wertschätzung der Pflege
Die Pflegeakademie St. Anna in Papenburg ist nun offiziell eingeweiht worden. Schulleiterin Hedwig Rode erklärt ihre Pläne und wie es zu der neuen Ausbildungs-Schule kam.
Papenburg - Die Pflegeakademie St. Anna in Papenburg wächst – und mit ihr sollen Stellenwert und Bedeutung der Pflege weiter zunehmen. Bis zum Jahr 2022 soll die Zahl der Auszubildenden in der Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege in dem denkmalgeschützten Bahnhofsgebäude auf 225 ansteigen.
Dann wäre die Akademie erstmals voll ausgelastet, erklärte Schulleiterin Hedwig Rode. Anlass war die offizielle Einweihung des im vergangenen Jahr für mehr als drei Millionen Euro kernsanierten Gebäudes an der Bahnlinie.
Denkmalgeschützes Gebäude
Unter dem Dach des Bahnhofsgebäudes haben sich die frühere Berufsfachschule für Altenpflege und die Krankenpflegeschule des Marien-Hospitals vereint. St. Anna ist Teil des Hospitals. An der Finanzierung für den Umbau des Bahnhofsgebäudes waren die St.-Bonifatius-Hospital-Gesellschaft in Lingen (Krankenhaus-Trägerin), der Landkreis Emsland und die Stadt Papenburg beteiligt.
Seit Oktober 2020 wird dort der erste Jahrgang generalistisch in der Pflege ausgebildet – wie es die Bundesregierung im Zuge einer Pflegereform beschlossen hat. Zuvor waren die Ausbildungszweige Altenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege sowie Gesundheits- und Kinderkrankenpflege voneinander getrennt. Für die 75 Berufsstarter neigt sich das erste von drei Lehrjahren langsam dem Ende.
Vorzüge der ganzheitlichen Ausbildung
In einem neuen Imagefilm schwärmen auch einige Auszubildende von dem Beruf, der nach Auffassung der CDU-Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann zu Unrecht „in der Öffentlichkeit leider viel zu oft schlecht dargestellt“ werde. Auch die Politik habe in den vergangenen Jahren viel für die Pflege getan. Und doch komme es am Ende immer auf die Menschen vor Ort an, die Dinge mit Empathie, Leidenschaft, Wissen und Können umsetzen. „Für wertvolle Arbeit braucht es Leidenschaftstäterinnen und -täter. Wir wissen, was wir an ihnen haben“, betonte Connemann. Die Auszubildenden würden zu Alleskönnern.
Was verdienen Auszubildene?
Ähnlich äußerte sich Landtagsvizepräsident Bernd Busemann. Der Stellenwert der Pflege sei gar nicht hoch genug einzuschätzen, meinte der CDU-Politiker aus Dörpen. Schließlich sei die persönliche Gesundheit besonders wichtig. Was Pflege einer Gesellschaft bedeute, schlage sich in Bedarf, Qualifikation, Einstellung, aber auch der Entlohnung wider.
Papenburgs Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU) forderte in diesem Zusammenhang, dass politische Versprechen für ein angemessenes Entgelt „endlich erfüllt werden“. Zahlen? Bitte. Die Ausbildung in der generalistischen Pflege wird ab dem ersten Lehrjahr mit mehr als 1100 Euro (brutto) vergütet. Bis zum dritten Ausbildungsjahr steigt die Bezahlung auf gut 1300 Euro (ohne Zuschläge für Dienste an Wochenenden und Feiertagen). Die Ausbildung sieht mehrere Praxiseinsätze mit insgesamt 2500 Stunden vor. Die Akademie hat aktuell 21 Kooperationspartner, darunter sind Krankenhäuser, Pflegeheime und -dienste. Einstiegsvoraussetzung für die Ausbildung ist ein Realschulabschluss oder eine gleichwertige Schulausbildung. Gelernt wird Rode zufolge in kleinen Gruppen, die Lehrinhalte seien stets digital und online abrufbar. Alle Lehrräume sind mit interaktiven Smartboards, jeder Auszubildende wird mit einem Tablet ausgestattet (weitere Infos: pflegeakademie-papenburg.de).
Emslanddechant Thomas Burke zufolge leistet St. Anna nicht nur einen Beitrag zur Gesundheitsfürsorge, sondern auch zur Entwicklung einer Gesellschaft und der Kultur der Stadt – im Fall der Pflegeakademie auf der Basis eines christlichen Menschenbildes.