Verkehr
Bohrinsel-Gäste stellen Anwohner vor Zerreißprobe
Seit vielen Monaten kämpfen Anwohner des stark befahrenen Dollartwegs in Dyksterhusen für eine Verkehrsentlastung. Die erhoffte schnelle Lösung für das Verkehrsproblem wurde bislang nicht gefunden.
Was und warum
Darum geht es: Die Bohrinsel Dyksterhusen ist ein beliebtes Ausflugsziel. Der Zufahrtverkehr ist für die Anwohner aber eine Belastung.
Vor allem interessant für: Ausflügler und Touristen, die gerne die Bohrinsel besuchen und Anwohner von Dyksterhusen.
Deshalb berichten wir: Im Juni berichtete diese Zeitung über Beschwerden der Anwohner in Dyksterhusen über die starke Verkehrsbelastung auf dem Dollartweg. Geändert hat sich an der Situation bislang nichts. Dabei sah es anfangs so aus, als könnte eine schnelle Lösung gefunden werden. Wir haben nachgefragt, wo es hakt. Die Autorin erreichen Sie unter: t.gettkowski@zgo.de
Im Juni hatte der Jemgumer Bürgermeister Hans-Peter Heikens angekündigt, sich um eine Lösung zu bemühen. „Aber getan hat sich bisher überhaupt nichts“, ärgert sich Detlev Hilger. Im Gegenteil. In der Ferienzeit sei die Strecke insbesondere an den Wochenenden stark frequentiert gewesen. Die sommerlichen Temperaturen im Garten zu genießen, sei bei dem Verkehr teilweise unmöglich gewesen. „Allein letztes Wochenende standen auf der Bohrinsel von Freitag bis Sonntag fünf bis sechs Wohnmobile“, erzählt der Anlieger. Eigentlich darf sich ab 22 Uhr niemand mehr auf der Bohrinsel aufhalten. „Aber daran hält sich doch keiner. Es hat sich doch längst herumgesprochen, dass hier sowieso keine Kontrollen stattfinden.“
Alternative Zufahrtstrecke
Hilger hatte in der vergangenen Woche Kontakt zu Ortsvorsteher Gerd Bartinger aufgenommen und ihm seine Unzufriedenheit kundgetan. „Es ist erschreckend, wie lange Zeit Behörden für solche profane Dinge brauchen“, so Bartinger. Er habe mehr Durchsetzungskraft von der Gemeinde und dem Bürgermeister erwartet. Es sei nicht verwunderlich, dass sich Bürger von Politik und Verwaltung im Stich gelassen fühlten. „Das trägt zur Politikverdrossenheit bei.“ Dabei könnte eine Lösung nach Ansicht der Anlieger so einfach sein. „Statt über den Dollartweg könnte der Verkehr zur Bohrinsel einfach über den Wattweg geleitet werden“, schlägt Detlev Hilger vor. Diese Strecke sei an einigen Stellen sogar breiter als der Dollartweg. „Außerdem wird im Wattweg niemand durch den Verkehr gestört, weil dort keiner wohnt.“
Abstimmung läuft noch
Nach Auskunft des Landkreises Leers hatte es bereits Juni einen Ortstermine des Straßenverkehrsamtes und der Gemeinde Jemgum im Dollartweg gegeben. „Der Wunsch der Anwohner ist uns so auch von den Gemeindevertretern vorgetragen worden“, berichtete Landkreissprecher Philipp Koenen auf Nachfrage.
Erst nach Rechtskraft dieses Verfahrens dürfe die Verkehrsbehörde dann das Verkehrsverbot anordnen. Das sei der Gemeinde auch während der Ortsbesichtigung im Juni mitgeteilt worden. „So ein Verfahren dauert in der Regel einige Monate, weil Ratsbeschlüsse erforderlich sind und die Absicht der Teileinziehung öffentlich bekannt gemacht werden muss“, so Koenen weiter. Bislang habe der Landkreis in dieser Angelegenheit nichts Neues gehört.