Fußball
Einst Oberliga-Spieler bei Germania – Heute TuRa-Trainer
Erhan Colak lief ab 2006 für dreieinhalb Jahre für den VfL Germania Leer auf. Am Sonntag kehrt er als Trainer von TuRa 07 Westrhauderfehn an alte Wirkungsstätte zurück.
Westrhauderfehn - In der Fußball-Landesliga steht am Sonntag nicht nur ein echtes Ostfriesen-Derby an, sondern auch ein ganz besonderes Duell für Erhan Colak. Wenn der Trainer von TuRa 07 Westrhauderfehn um 15 Uhr bei Germania Leer antritt, dann ist es zugleich eine Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte.
Auch wenn sein Engagement in Leer mittlerweile zwölf Jahre her ist, erinnert sich Colak gerne zurück: 2006 wechselte er vom BV Cloppenburg zu Germania, spielte dort dreieinhalb Jahre lang und schwärmt heute vor allem von der Oberliga-Zeit. „Wir sind damals sehr gut in die Saison gestartet und waren sogar Tabellenführer. Die Liga war richtig geil mit Gegnern wie Cloppenburg und Oldenburg. Gegen den SV Meppen waren damals 1200 Zuschauer im Stadion“, sagt Colak. Im Herbst 2009 hatten die Leeraner ihre Fußball-Herrenmannschaft aus finanziellen Gründen aus der Oberliga zurückgezogen. „Die Abmeldung war ein Schlag ins Gesicht – einer der nicht so schönen Momente in meiner Karriere“, sagt Colak. Der Vollblut-Fußballer lief seit 2018 für die Fehntjer auf, seit dieser Saison agiert der langjährige TuRa-Stürmer nur noch an der Außenlinie.
Colak: „Das war eine tolle Energieleistung“
Die TuRaner zeigten beim 2:2 am Sonntag gegen Wilhelmshaven eine gute Leistung, auch wenn der Sieg in der Nachspielzeit noch hergegeben wurde. „Der Elfmeter zum Ausgleich war vor allem in der Entstehung sehr ärgerlich. Wir hätten nur noch diese Situation überstehen müssen. Generell waren wir gut im Spiel und haben kaum etwas zugelassen“, berichtet Colak. „In Unterzahl hat die Mannschaft dann Charakter gezeigt, das war eine tolle Energieleistung“, sagt Colak. Darauf will Westrhauderfehn auch im Derby aufbauen. „Wenn wir mit dieser Einstellung in das Spiel gegen Leer gehen und fokussiert sind, haben wir gute Chancen, etwas mitzunehmen. Ein Derby ist dazu immer etwas Besonderes. Wir wollen gewinnen“, sagt Colak.
Das wollen beziehungsweise das müssen auch die Fußballer des VfL Germania Leer. Im Gegensatz zu den TuRanern, die nach drei Spielen auf vier Zähler kommen, stehen die Leeraner ohne Punkte auf dem vorletzten Tabellenplatz. „Nach den vier Spielen dürfen wir nicht den Kopf in den Sand stecken. Die Jungs müssen sich nun endlich für ihre Mühe belohnen – auch wenn man sieht, wie sehr sie sich im Training reinhängen“, sagt Germania-Trainer Christian Rosendahl, der die TuRaner am Sonntag beim 2:2 gegen den WSC Frisia Wilhelmshaven spielen gesehen hat. „Wir stellen uns auf eine kampfbetonte Partie ein“, sagt Rosendahl. Beim Derby nicht dabei sein werden die verletzten Steffen Busemann und Arne Zimmermann sowie der erkrankte Diamant Dreshaj.
Personell ist die Lage bei TuRa 07 wieder etwas entspannter. Malte Eucken und Marcel Hinz sind wieder voll einsatzbereit, Matthias Malchus ist aus dem Urlaub zurück. So fehlen nur die langzeitverletzten Lukas Kirschner und Benjamin Lünemann sowie Max Möhlmann nach seiner Gelb-Roten Karte gegen Wilhelmshaven.