Kommunalwahl

Er will es noch einmal wissen: Uwe Themann

Christine Schneider-Berents
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Von Christine Schneider-Berents
| 02.09.2021 17:20 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Uwe Themann fährt viel Rad. Die Kurbelfähre in Holtland ist für den Bürgermeister der Samtgemeinde Hesel ein beliebtes Ziel. Foto: Schneider-Berents
Uwe Themann fährt viel Rad. Die Kurbelfähre in Holtland ist für den Bürgermeister der Samtgemeinde Hesel ein beliebtes Ziel. Foto: Schneider-Berents
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Uwe Themann, Bürgermeister der Samtgemeinde Hesel, kandidiert ein drittes Mal für das Amt. Der 64-Jährige denkt nicht an den Ruhestand. Es gibt Projekte, die er noch auf den Weg bringen will.

Hesel - Uwe Themann hat ein offenes Ohr für die Bürgerinnen und Bürger. Zu jeder Zeit, egal, wo er gerade ist. So auch an diesem Dienstag: „Moin, wissen Sie, dass das Tor zur Autobahn offen steht? Das ist gefährlich. Kinder können von dort auf die Straße laufen“, spricht ein Ausflügler Hesels Samtgemeindebürgermeister im Vorbeigehen an. Der sitzt mit seiner Freundin Christiane Dahlweg auf einer Bank bei der Kurbelfähre in Holtland. Von weit her hört man das Rauschen des Straßenverkehrs. Die beiden trinken Kaffee und essen Kuchen. Sie machen eine Pause, ehe sie weiter durch die Ortschaften fahren, um Wahlplakate aufzuhängen. „Ich kümmere mich“, antwortet Themann dem besorgten Mann.

Der schwingt sich auf sein Fahrrad und fährt davon. Themann nimmt einen Schluck aus dem Kaffeebecher. Er schaut auf die Uhr. Er will weiter. Um die Gunst der Wählerinnen und Wähler muss auch er sich bemühen. Der 64-Jährige kandidiert erneut für das Amt, das er inzwischen seit 15 Jahren ausübt. Am 12. September tritt der Sozialdemokrat als Einzelbewerber an. Der andere Kandidat, der auf dem Chefsessel im Rathaus Platz nehmen will, wird von der CDU unterstützt. „Ich finde, Parteipolitik sollte auf kommunaler Ebene nicht von Belang sein“, sagt Themann.

Noch viele Ideen im Kopf

Eigentlich könnte er in Pension gehen. Das Alter dafür hat er. Er hat auch lange überlegt, ob er noch einmal kandidieren soll und erst sehr spät – am 26. Juli – bekanntgegeben, dass er das will. Viele fragen sich deshalb, warum der Holtlander noch einmal antritt. „Er liebt seine Arbeit sehr. Er könnte gar nicht ohne. Er hat noch viele Ideen“, sagt die Freundin. Wer es privat mit ihm zu tun habe, müsse teilen können. „Denn wenn Uwe nicht im Rathaus ist, an Sitzungen teilnimmt oder auswärts Termine hat, schleppt er Tische und Stühle, weil die irgendwo gebraucht werden. Im Urlaub begleitet er Kinder und Jugendliche auf Freizeiten“, erzählt sie.

Silvester habe er nie Zeit, dann bringe er die Seniorinnen und Senioren, die selbst spät abends nach einer Feier nicht mehr mit dem Auto nach Hause fahren wollten, dorthin. „Ich kenne ihn nicht anders. So ist er. Er hilft, wo er kann“, beschreibt Christiane Dahlweg den Verwaltungschef der Samtgemeinde Hesel. Anderen zuhören, Probleme erkennen und Lösungen finden, ganz pragmatisch vorgehen, helfen, wo Hilfe nötig sei – all das begleite und pflege er schon sein ganzes Leben.

Schule und Ausbildung

Uwe Themann ist in Holtland aufgewachsen, besuchte die dortige Grundschule und wechselte danach zur Realschule in Hesel. Seinen Zivildienst leistete er im Altenheim in Heisfelde. Danach ging er zur Fachoberschule in Emden, erlangte die Fachhochschulreife und studierte anschließend Sozialpädagogik. Er arbeitete für den Regionalverein Ostfriesland des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Niedersachsen und ab 1983 als Jugendpfleger für die Gemeinde Moormerland.

Dass es heute das Jugendhaus in Warsingsfehn gibt, verdankt die Kommune auch ihm. Mit der Zeit übernahm der Sozialpädagoge immer mehr Aufgaben, wurde Fachbereichsleiter und war damit unter anderem zuständig für die sechs Kindertagesstätten in Moormerland. Eine weitere Station auf seinem beruflichen Weg war die Jugendhilfeeinrichtung Wichernstift in Ganderkesee (Landkreis Oldenburg). Seit 2006 ist Uwe Themann Bürgermeister der Samtgemeinde Hesel. Davor war er schon lange ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Holtland. Für die SPD saß er seit 1981 im Holtlander Gemeinderat und im Heseler Samtgemeinderat.

Mit Weitsicht planen

„Ich habe früh erkannt, schon in der Schule, dass man laut werden muss, wenn man gehört werden und etwas erreichen will. Nur wer sich einmischt, kann etwas bewegen“, sagt der Samtgemeindebürgermeister. Das sei einer der Gründe, warum er weitermachen wolle. Er habe noch viele Ideen, deren Umsetzung er gerne auf den Weg bringen würde. „Er ist nicht nur Verwaltungsmensch. Er will mitgestalten, denkt weitsichtig“, erklärt Christiane Dahlweg. Sie gebe zu, nicht objektiv zu sein. „Aber so erlebe ich ihn nun einmal.“

Was die Weitsicht angeht, denkt Uwe Themann bei der für die Grundschule in Holtland geplante Mensa nicht nur an die Schülerinnen und Schüler. „Warum sollten dort nicht auch Seniorinnen und Senioren essen?“, fragt er. Jung und Alt an einem Tisch. Das schaffe Gemeinschaft. Damit könne die Samtgemeinde der Altersarmut sogar etwas entgegensetzen. Der Armut generell, wenn man Alleinerziehende mit einbeziehe. Darüber hinaus könne er sich gut vorstellen, dass in der Samtgemeinde ein Wohnungskonzept verwirklicht werde, bei dem mehrere Generationen unter einem Dach leben. „Quasi eine Wohngemeinschaft mit jungen und alten Menschen, die sich unterstützen.“ Bürgerliches Engagement sei wichtig. „Nur so funktioniert eine Gemeinschaft“, ist der Kandidat überzeugt.

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