Wirtschaft

Wie sich H&M und Douglas locken lassen

Kristina Müller
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Von Kristina Müller
| 01.09.2021 11:14 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Hauptkanal in Papenburg soll wieder attraktiver werden, damit sich neue – und vielleicht auch große Geschäfte – hier niederlassen, so der Plan von Citymanagerin Sabine Pinkernell. Foto: Hellmers
Der Hauptkanal in Papenburg soll wieder attraktiver werden, damit sich neue – und vielleicht auch große Geschäfte – hier niederlassen, so der Plan von Citymanagerin Sabine Pinkernell. Foto: Hellmers
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Papenburgs Citymanagerin Sabine Pinkernell erklärt die Pläne zur Weiterentwicklung des Angebots in der Fehnstadt. Unter anderem soll der Hauptkanal wieder attraktiver werden.

Papenburg - Wieso ist das Shopping-Angebot in Papenburg so, wie es ist? Und wo soll es besser werden? Citymanagerin Sabine Pinkernell erklärt, welche Alternativen es zu H&M und Co. bald in der Stadt geben könnte.

Der Hauptkanal in Papenburg soll wieder attraktiver werden, damit sich neue – und vielleicht auch große Geschäfte – hier niederlassen, so der Plan von Citymanagerin Sabine Pinkernell. Foto: Hellmers
Der Hauptkanal in Papenburg soll wieder attraktiver werden, damit sich neue – und vielleicht auch große Geschäfte – hier niederlassen, so der Plan von Citymanagerin Sabine Pinkernell. Foto: Hellmers

Viele Geschäfte zum ausgiebigen Shoppen gibt es in der Fehnstadt eher nicht. Zum Bummeln weicht so mancher Papenburger auf Städte wie Leer oder gar Oldenburg aus. Viele wünschen sich bekannte Geschäfte wie H&M, Primark, New Yorker, Vero Moda, Douglas, Nanu-Nana und MyToys. „Ich würde gerne sagen: Ich rufe eben bei H&M an, und die kommen dann. Aber das geht halt leider nicht“, sagt Papenburgs Citymanagerin Sabine Pinkernell. „Da kann man nur darauf hinweisen, dass wir ja einige Geschäfte haben, die bereits Kleidung von gängigen Marken anbieten. Es ist ja irgendwie da, aber nicht so, wie man sich das vielleicht wünscht.“ Dass es die großen Filialisten bislang kaum nach Papenburg zieht, hat mehrere Gründe, wie sie erklärt. Als ehemalige Mieterkoordinatorin und Revitalisierungsmanagerin für Shopping-Center deutschlandweit sowie als Construction Manager für internationale Franchisenehmer bei Vapiano weiß Pinkernell, worauf es ankommt, damit sich Geschäfte ansiedeln.

Viele Faktoren sind zu berücksichtigen

Zum einen brauche es große Flächen von 1000 bis 2000 Quadratmetern – „Und die haben wir einfach nicht am Hauptkanal“, weiß die Citymanagerin. Zum anderen würden „gut funktionierende“ Fußgängerzonen oder Shopping-Centren bevorzugt. „Und beides haben wir hier nicht mit der entsprechenden Frequenz und in der Größe.“

Neben dem Flächen- und Frequenzmangel kämen noch weitere Faktoren hinzu. Viele Filialisten würden derzeit ihr Filialnetz verkleinern und jeden Standort auf den Prüfstand stellen, während gleichzeitig eher das Online-Geschäft ausgebaut werde. Häufig spiele auch die Einwohnerzahl eine Rolle: „100.000 ist da eine magische Grenze“, weiß Pinkernell. Dass dabei aber auch immer wieder Ausnahmen gemacht würden, werde an der Stadt Leer deutlich.

Hoffnung bei guter Vorarbeit

Und zu guter Letzt sei auch die Vermieter-Seite entscheidend: Weil einige potenzielle Mieter detaillierte Vorgaben hätten, seien Vermietungen häufig mit einem großen Invest für die Gebäudeeigentümer verbunden. Dabei würden Verträge inzwischen nur noch für maximal fünf Jahre abgeschlossen. „Manchmal scheitert es aber auch an den hohen Mietvorstellungen“, berichtet die Citymanagerin. Häufig werde die Stadt aber als Verantwortliche gesehen: „Wir können nur unterstützen, vermitteln und koordinieren. Selbst haben wir ja keine Immobilien. Und den Eigentümern können wir ja auch nichts vorschreiben“, erklärt sie.

Die Hoffnung hat Pinkernell jedoch nicht aufgegeben, will aber zunächst „an ein paar Stellschrauben drehen“. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich Filialisten hier ansiedeln. Man muss aber erst Vorarbeit leisten“, sagt sie. Gemeint ist damit, Frequenz zu generieren, indem Aufenthaltsqualität und Attraktivität für die Leute gesteigert werden.

Wie sie das erreichen will? Mit individuellen Shopping-Angeboten und Veranstaltungen wie der Maritimen Meile und dem künftig am Hauptkanal beheimateten Weihnachtsmarkt. „Wenn man etwas Besonderes anbietet, was über das reine Shopping hinausgeht, wenn man ein Erlebnis dazu hat, dann kommen die Leute gerne“, ist sich Pinkernell sicher. „Man muss sich neu erfinden. Das ist die Möglichkeit, die ich sehe, um die Innenstadt in Schwung zu halten und dann vielleicht auch noch mal den ein oder anderen Filialisten zu bekommen, sofern die dann noch expandieren.“

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