Berlin

Es gab zu wenig Widerstand gegen die Luca-Werbewelle

Mark Otten
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Von Mark Otten
| 31.08.2021 19:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Rapper Smudo ist ein Aushängeschild der Luca-App und an der dazugehörigen Firma beteiligt. Seine TV-Auftritte haben dem Programm viel Bekanntheit eingebracht. Foto: Axel Heimken/dpa
Rapper Smudo ist ein Aushängeschild der Luca-App und an der dazugehörigen Firma beteiligt. Seine TV-Auftritte haben dem Programm viel Bekanntheit eingebracht. Foto: Axel Heimken/dpa
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13 von 16 Bundesländern haben kostspielige Jahresverträge für das System hinter der Luca-App abgeschlossen. Das war unnötig. Ein Kommentar.

Die Luca-App ist zurecht eines der umstrittensten Programme des Jahres. Das System für die digitale Corona-Kontaktnachverfolgung hat mehr als 21 Millionen Euro Steuergeld gekostet, doch die meisten Gesundheitsämter nutzen es kaum. 

Selbst wenn sich das im Herbst und Winter noch ändern könnte, drängt sich eine Frage immer mehr auf: Warum haben nur Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Thüringen darauf verzichtet, kostspielige Jahreslizenzen des Herstellers zu kaufen?

NRW als Luca-Beispiel

NRW zeigt, wie es auch laufen kann. Dort haben sich mehr als die Hälfte der Gesundheitsämter aus eigenem Antrieb und ohne Vorgabe der Landesregierung an das Luca-System anschließen lassen. Diese direkten Verträge sind mit drei bis sechs Monaten Laufzeit deutlich kürzer. 

Vor allem aber können die Menschen in den Ämtern selbst bewerten, ob ihnen das System wirklich hilft, der Vertrag verlängert werden soll oder ob Alternativen es besser können. Einen landesweiten Vertrag könnten die Ämter immer noch anregen. 

Die Luca-Werbewelle rollt

Stattdessen hat sich eine Landesregierung nach der nächsten von der Luca-Werbewelle überspülen lassen und direkt Nägel mit Köpfen gemacht. Dabei gab und gibt es Alternativen. 

Keine Frage: Die Luca-Machen haben sich cleverer angestellt als die Konkurrenz, wenn es um direkte Kontakte zu Gesundheitsämtern, Entscheidungsträgern und Werbebotschaften geht. 

Gab es dringenden Bedarf für Luca?

Das Argument der sofortigen Einsatzbereitschaft hat dabei offenbar die von vielen IT-Sicherheitsexperten geäußerten Bedenken überdeckt. Doch wie die geringen Zugriffszahlen der Gesundheitsämter zeigen, gab es eigentlich keinen Druck für eine schnelle Entscheidung inklusive langfristiger Bindung und Zahlungen. Schade um unser Steuergeld.

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