Jubiläum
Ehepaar aus Jemgum feiert Diamantene Hochzeit
In der Schule lernten sie sich kennen, über Briefe hielten sie den Kontakt. Das Ehepaar aus Scharrel war auch einige Zeit zusammen auf dem Schiff unterwegs.
Jemgum - Sie kennen sich seit Kindertagen: Hermann und Greta von Scharrel feiern an diesem Dienstag ihren 60. Hochzeitstag. „Wir waren schon zusammen auf der Schule“, sagt Greta von Scharrel. Sie besuchten die damalige Hauptschule in Jemgum, die heutige Carl-Goerdeler-Schule. Zusammen eingeschult worden seien sie aber nicht. „Meine Familie ist erst 1952 nach Jemgum gezogen“, sagt von Scharrel. Der damals Zwölfjährige habe vorher in Midlum gewohnt. Auch Greta von Scharrel, die damals noch den Mädchennamen Dschek hatte, habe nicht immer in Jemgum gelebt. 1945 kam sie mit ihrer Familie als Heimatvertriebene aus Oberschlesien nach Ostfriesland. Nach seinem Schulabschluss hat Hermann von Scharrel eine Lehre zum Binnenschiffer begonnen. Während er über die westdeutschen Kanäle fuhr, hielten sie über Briefe den Kontakt.
Gemeinsame Zeit auf dem Schiff
Im Herbst 1961, nach dem Hochzeitsfest am 31. August, begleitete Greta von Scharrel ihren Mann bei seiner Arbeit ein Jahr lang an Bord.
Als sich dann die Geburt ihres ersten Sohnes ankündigte, ging das junge Ehepaar zurück an Land und zog nach Papenburg. „Nach der Hochzeit wollten wir bauen, da habe ich nach der Geburt meines Sohnes unter anderem in einer Gardinenfabrik gearbeitet“, sagt die 83-Jährige. Sechs Jahre nach der Hochzeit begannen sie, in Jemgum das Haus zu bauen, in dem sie noch immer leben. Als der Erstgeborene dann zur Schule ging, blieb Greta von Scharrel zu Hause, um fortan ganz für die Kinder da zu sein. Denn sieben Jahre nach der Geburt des ersten Kindes folgte ihr zweiter Sohn. Nun sind beide Söhne verheiratet und leben in der Umgebung. Hermann von Scharrel arbeitete 37 Jahre lang bei der Firma Brügmann in Papenburg, darunter viele Jahre als Versandleiter. In der Holz- und Kunststofffirma war auch seine Frau etwa vier Jahre lang tätig.
Nun stehen die Feierlichkeiten ihres Ehejubiläums an. „Ohne Corona hätten wir größer gefeiert“, sagt die 83-Jährige. Jetzt teilen sie die Feierlichkeiten auf. Den Tag ihrer Diamantenen Hochzeit feiern sie im familiären Kreis. Der ist groß: Die von Scharrels haben sieben Enkel und fünf Urenkel. „Wir haben hinter dem Haus eine große Terrasse, da können die Kinder auch in den Garten gehen“, sagt sie, denn das Jubiläum begehen sie in diesem Jahr zu Hause. „Früher haben wir im Dörferhaus in Jemgum noch große Feste gefeiert“, sagt ihr Mann. „Wir haben eine schöne Silber- und Goldhochzeit gehabt“, erinnert sich Greta von Scharrel. Dieses Jahr müssten sie aus gesundheitlichen Gründen und aufgrund der Corona-Pandemie kürzer treten. „Dafür arrangieren die Kinder alles für uns“, sagt der 81-Jährige. „Wir müssen uns um nichts kümmern.“ Bei den letzten Feierlichkeiten hätten die Kinder das Paar mit einem Spielmannszug überrascht und ihnen ein Ständchen gespielt. „Was jetzt passiert, wissen wir nicht“, sagt Hermann von Scharrel. Alle hielten dicht.