Geldmangel
Steuern: Schwerinsdorfer sollen künftig mehr zahlen
Die Gemeinde Schwerinsdorf hat kaum Einnahmen. Aus Geldmangel können Straßen nicht saniert, und Bauland kann nicht erschlossen werden. Das Finanzproblem sollen jetzt die Bürgerinnen und Bürger lösen.
Schwerinsdorf - „Es ist ein Dilemma. Wir haben nicht genug Geld, um Straßen zu sanieren und um Baugebiete zu erschließen. Wir würden gerne an der Süderstraße/Ecke Neuer Weg neue Grundstücke ausweisen. Die Fläche gehört der Gemeinde bereits. Jetzt müsste es aber auch mit allem anderen vorangehen“, sagt Andreas Rademacher (CDU), ehrenamtlicher Bürgermeister der kleinen Gemeinde Schwerinsdorf. Ohne Bauland gebe es keinen Zuzug, ohne Zuzug keine Entwicklung. Um das Problem zu lösen, sollen die Bürgerinnen und Bürger ab 2022 bis erst einmal 2024 höhere Gemeindesteuern zahlen.
Keine Alternative gesehen
„Hätten wir anders entschieden, könnten wir beispielsweise keine neuen Bauplätze realisieren“, begründet Bürgermeister Rademacher den mehrheitlich gefassten Ratsbeschluss. Zudem drohten Probleme mit der Kommunalaufsicht des Landkreises Leer. „Uns wurde nahegelegt, die Einnahmeseite zu verbessern.“ Andernfalls könnte es passieren, dass der Etat der Gemeinde nicht genehmigt werde.
Schwerinsdorf hat 685 Einwohnerinnen und Einwohner. 413 Haushalte und Betriebe sind zur Grundsteuer veranlagt. Diese errechnet sich durch die Multiplikation des Gemeindehebesatzes mit einem vom Finanzamt in Euro festgesetzten Messbetrag. Dieser fällt unterschiedlich aus und ist unter anderen abhängig davon, ob eine landwirtschaftliche Fläche als Acker- und Grünland genutzt oder mit einem Wohnhaus bebaut ist.
Geringe Bevölkerungszahl
Schwierige Finanzlage
Die Aufstellung eines soliden Haushaltsplanes gestalte sich unter diesen Rahmenbedingungen extrem schwierig. Im Haushaltsjahr 2021 stünden den ordentlichen Erträgen von 436.400 Euro Aufwendungen in Höhe von 617.500 Euro gegenüber. Für Projekte, die noch dieses Jahr realisiert werden sollen, müssten Kredite aufgenommen werden, erläutert der Verwaltungsexperte. Allein die Erschließung von Bauland an der Süderstraße /Ecke Neuer Weg koste rund 244.500 Euro. Der Erwerb weiterer Flächen für die Wohnbebauung würde 18.000 Euro kosten. Für die Förderung des Breitbandausbaus müsste Schwerinsdorf rund 29.700 Euro aufbringen.
Und dann sei da auch noch die Samtgemeindeumlage, über die sich der Haushalt der Samtgemeinde Hesel speise und die jede Mitgliedskommune zu zahlen habe. Für Schwerinsdorf seien das allein in diesem Jahr rund 188.100 Euro.