Geschichte

Zaun aus Walkinnladen wird jetzt besser geschützt

Enrico Giardina
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Von Enrico Giardina
| 22.08.2021 09:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Der Handwerker Dieter Graalmann war in dieser Woche dabei, den neuen Schutz für den Zaun aus Walkinnladen in der Roelof-Gerritz-Meyer-Straße zu bauen. Fotos: Giardina
Der Handwerker Dieter Graalmann war in dieser Woche dabei, den neuen Schutz für den Zaun aus Walkinnladen in der Roelof-Gerritz-Meyer-Straße zu bauen. Fotos: Giardina
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Auch in der Roelof-Gerritz-Meyer-Straße auf Borkum wird nun der historische Zaun aus Walkinnladen geschützt. Unter anderem werden ein Muschelbeet sowie Abdeckplatten errichtet.

Borkum - Die Zäune aus Walkinnladen zählen zu den sichtbarsten Relikten aus der Borkumer Walfängerzeit. Nachdem der Heimatverein bereits 2017 den ersten in der Wilhelm-Bakker-Straße befindlichen Zaun durch einen Umbau geschützt hat, begannen diese Woche die Arbeiten für die bewährten Schutzvorrichtungen am zweiten Zaunstück in der Roelof-Gerritz-Meyer-Straße.

So wie an der Wilhelm-Bakker-Straße soll der Zaun auch in der Roelof-Gerritz-Meyer-Straße geschützt werden.
So wie an der Wilhelm-Bakker-Straße soll der Zaun auch in der Roelof-Gerritz-Meyer-Straße geschützt werden.
Neben Abdeckplatten wird auch wieder ein Muschelbeet vor den Knochen errichtet, das vor Beschädigungen durch Passanten schützt. „So sieht’s vielleicht nicht so schön aus, aber es schützt den Zaun vor Nässe von oben, Moosbildung und Schäden durch Menschen und Hunde“, erklärt der Vorsitzende des Heimatvereins, Markus Stanggassinger. Er gehe von einer Fertigstellung Ende Oktober aus. Mit Kosten zwischen 25.000 und 30.000 Euro rechnet der Verein insgesamt, bis zu 12.900 Euro davon aus Fördermitteln des Bundes und des Landes Niedersachsen für die Dorfentwicklung.

Besucher sollen Walknochen in Ruhe anschauen können

Einen weiteren Schritt wolle man gehen, indem die Durchfahrt für Fahrradfahrer eingeschränkt werde. „Wir wollen auch hier dem Besucher die Möglichkeit geben, sich die Walknochen in Ruhe anschauen zu können, ohne dass Radfahrer dabei stören“, sagte Mitinitiator Gregor Ulsamer im Juni. Um die Instandhaltung des Schutzprojekts sicherzustellen ist der Heimatverein mit einem Teil des Grundstücks der Eigentümerin im Grundbuch eingetragen.

Vor dem Zaun wird unter anderem ein Muschelbeet angelegt. Außerdem sollen Abdeckplatten den Zaun schützen.
Vor dem Zaun wird unter anderem ein Muschelbeet angelegt. Außerdem sollen Abdeckplatten den Zaun schützen.
Die Borkumer Walfänger der damaligen Zeit hatten nach ihren Seefahrten die Möglichkeit, die Knochen der Wale mit nach Hause zu nehmen. Damals war die Insel noch nicht so stark mit Bäumen und Sträuchern bewachsen wie heute. Zum Schutz ihrer Gärten vor Wind und Sandverwehungen wurden die Walkinnladen als Baumaterial für Zäune verwendet.

Die Zäune sind in dieser Größe und Bedeutung weltweit einmalig. Außer auf Borkum gibt es nur noch auf Föhr einen aus ein paar Resten bestehenden Zaun. Die Borkumer Walfänger arbeiteten zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert als Ruderer, Harpuniere und Kommandeure auf großen Walfangschiffen. Der bekannteste unter ihnen war Roelof Gerritz Meyer. Zwischen 1736 und 1781 erlegte der Borkumer Seemann auf 44 Fahrten insgesamt 301 Wale.

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