Fußball

Ex-Spieler streitet um Freigabe von Germania Leer

| | 20.08.2021 16:52 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Martin Pruin (Mitte) ist auf diesem Archivfoto nach einem Spiel vom Kampf gezeichnet. Archivfoto: Damm
Martin Pruin (Mitte) ist auf diesem Archivfoto nach einem Spiel vom Kampf gezeichnet. Archivfoto: Damm
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Martin Pruin ist richtig sauer. Der ehemalige Spieler von Germania Leer wartet noch auf seine Freigabe für seinen neuen Verein. Germania-Boss Ferhat Özdemir will von seiner Forderung nicht abrücken.

Münster/Leer - Den Abschied von seinem ehemaligen Verein hatte sich Martin Pruin sicher ganz anders vorgestellt. Der Ex-Spieler des Fußball-Landesligisten Germania Leer wollte eigentlich bereits am vergangenen Donnerstag für seinen neuen Klub SV Blau-Weiß Aasee im Kreispokal (0:6) auflaufen. Doch daraus wurde nichts. Denn aktuell streitet er sich mit seinem Ex-Verein um die Freigabe. „Ich bin wirklich richtig sauer über die Vorgehensweise von Germania. Ich habe mir für den Verein den Hintern aufgerissen, bin teilweise auch unter der Woche von Münster zu Spielen gekommen und jetzt dieser Hickhack“, ärgert sich Pruin.

Germania Leer fordert für die Freigabe 200 Euro. Im Amateurfußball ist es so, dass der abgebende Verein einem Wechsel zustimmen muss. Ansonsten ist der Spieler erstmal gesperrt. Für Martin Pruin ist es Stand jetzt so, dass er erst ab November für seinen neuen Verein spielberechtigt wäre. Es kommt durchaus vor, dass für die Freigabe auch Beträge bezahlt werden.

Dubiose Forderung

Martin Pruin sieht sich mit einer aus seiner Sicht dubiosen Forderung konfrontiert. Zum einen wurde ihm von Germania Leer mitgeteilt, dass er noch nicht alle Sportsachen wie Trainingsanzüge oder Trikots zurückgegeben habe. Zum anderen fordert der Verein noch ausstehende Mitgliedsbeiträge.

„Ich bin in der letzten Woche extra noch nach Papenburg zu meinen Eltern gefahren und habe die Sachen am Sonnabend bei Germania-Trainer Thorben Dirks abgegeben. Der hat mir den Eingang auch per WhatsApp bestätigt“, erklärt Pruin. Zudem wurde ihm mitgeteilt, dass noch Mitgliedsbeiträge zu bezahlen seien. „Ich habe vom Verein nie einen Antrag bekommen und soll jetzt plötzlich Beiträge nachzahlen?“, fragt sich Pruin.

Wechsel war lange klar

In höheren Ligen kann es durchaus vorkommen, dass Spieler aufgrund ihres Einsatzes keine Beiträge bezahlen. Pruin stößt besonders sauer auf, dass Germania mit den offenen Forderungen auch auf seinen neuen Verein zugegangen sei. „Ich stehe da ja als unseriöser Spieler dar, eine Unverschämtheit“, so der 24-Jährige. Schon im Frühjahr hatte er Germania mitgeteilt, dass er im Sommer wechseln wolle. „Ich studiere in Münster, da waren mir die weiten Fahrten einfach zu weit. Wenn man bedenkt, wie viel Zeit und auch Fahrgeld ich für den Verein investiert habe, ist diese Forderung eine Frechheit.“

Sein neuer Verein sei schon kurz davor gewesen, die Summe an Germania Leer zu überweisen. Doch davon hatte Pruin seinem neuen Klub abgeraten, denn er wolle die Sache offiziell klären. „Leider war der zweite Vorsitzende Ferhat Özdemir für mich aber nicht zu sprechen“, so Pruin.

Forderung von 200 Euro

Özdemir wollte die Forderungen an Pruin und seinen neuen Verein gegenüber unserer Redaktion auch gar nicht abstreiten. „Es ist richtig, dass noch eine Summe von 200 Euro offen ist. Dann werden wir auch umgehend die Freigabe erteilen. Zum einen sind vom Spieler die Trainingssachen nicht komplett abgeliefert worden. Und zum anderen sind noch Mitgliedsbeiträge offen“, so Ferhat Özdemir.

Bei Germania Leer sei es so, dass jeder Spieler den Erhalt von Trainingssachen unterschreibe. Da laut Özdemir nicht alle Utensilien zurückgegeben wurden, sei ein Betrag noch offen. „Wir müssen dann ja auch neue Sportsachen kaufen und wieder beflocken“, erklärt der Macher von Germania Leer. Zudem sei es bei Germania Leer üblich, dass auch die Spieler der ersten Mannschaft Mitgliedsbeiträge bezahlen. „Wir sind auf die Beiträge angewiesen. Alle Spieler zahlen diese Beiträge“, sagte Özdemir. Er habe den Verantwortlichen von BW Aasee die Kontoverbindung mitgeteilt, sollte die Summe überwiesen werden, wolle er umgehend die Freigabe erteilen.

Auffällig ist, dass nach unseren Informationen auch andere Ex-Spieler von Germania Leer in der Vergangenheit Probleme mit ihrer Freigabe nach einem Wechsel hatten.

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