Fußball
Holtes Vorsitzender trifft beim Comeback nach 1000 Tagen
Der Sonntag war ein ganz spezieller Tag für Bartholomäus „Berti“ Dendzik. 2017 hatte er bereits aufgehört, nun schoss er zwei Tore für Holte. Ostrhauderfehns Trainer erlebte gleich zwei Unentschieden.
Ostfriesland - Am ersten Spieltag in der Ostfrieslandliga feierte der Holter SV einen 3:2-Sieg gegen den SV Ems Jemgum. Matchwinner war dabei Holtes 1. Vorsitzender Bartholomäus „Berti“ Dendzik, der bei seinem Punktspielcomeback für den HSV nach mehr als 1000 Tagen zunächst den 2:2-Ausgleich und kurz vor dem Ende auch den 3:2-Siegtreffer erzielte – und das Ganze nach einer Roten Karte gegen Tim Menke in Unterzahl.
„Das war schon eine coole Sache. Unser Trainer Aku Schick hat Berti nach 60 Minuten gebracht, und dann macht er die Dinger wie in alten Zeiten. Da musste ich schon etwas schmunzeln“, sagt Holtes Co-Trainer Thorsten Meyer. Eigentlich hatte Berti Dendzik seine Karriere schon beendet und stand nur noch gelegentlich auf dem Trainingsplatz. In dieser Vorbereitung war der Vorsitzende dann aber regelmäßig dabei. „Berti sagte mir, dass er gerne wieder spielen wolle. Immer nur ins Fitnessstudio wäre nichts für ihn. Im Training hat er dann einen guten Eindruck gemacht“, sagt Meyer.
Auch ein Combacker im Tor
So feierte Dendzik beim Testspiel in Langholt nach 989 Tagen sein Comeback und konnte nach einem Kurzeinsatz im Kreispokal nun zeigen, dass er nichts verlernt hat. „Berti hat halt den richtigen Riecher. Beim 2:2 konnte er einen zu kurz geratenen Rückpass erlaufen und den Ball über den Torwart ins Netz heben. Beim 3:2 stand er nach schöner Vorarbeit von Lukas Gosch goldrichtig und brauchte den Ball nur noch einzuschieben. Nach dem Spiel hat Berti dann noch eine Runde ausgegeben“, sagt Meyer.
Der Holter SV hatte am Sonntag auch noch einen zweiten Comebacker. Im Tor stand der 42-jährige Christian Woortmann. „Christian ist eigentlich nur noch auf Abruf bei uns. Letztes Jahr hat er einmal bei der zweiten Herren gespielt. Wenn Not am Mann ist, hilft er aber gerne aus. Das war am Sonntag der Fall, und mit seiner ganzen Erfahrung und seiner Art hat er es richtig gut gemacht. Christian hat auch nichts verlernt“, freut sich Meyer.
Zwei Remis für Romanowski
Ein tolles Wochenende erlebte auch Jörg Romanowski, auch wenn sich der Trainer des TSV Ostrhauderfehn dabei ein wenig ärgerte. Am Freitagabend war Romanowski mit seiner Tochter Jill zu Gast im Borussia-Park und verfolgte den Bundesliga-Auftakt seiner Gladbacher gegen den FC Bayern München. Am Sonntag sah der Trainer dann eine tolle Moral seines TSV Ostrhauderfehn beim 3:3 im Auswärtsspiel in Nortmoor, auch wenn der mögliche Sieg in der Nachspielzeit noch verspielt wurde.
„Beide Spiele endeten unentschieden, hätten aber auch gewonnen werden können“, resümiert Romanowski. „Das Spiel in Gladbach war ein super Live-Erlebnis. Im Stadion herrschte eine tolle Atmosphäre. Es waren zwar nur 23.000 Zuschauer erlaubt, gefühlt waren aber deutlich mehr im Stadion“, sagt Romanowski. „Ich denke, das gibt den Profis auch noch einmal eine Extra-Motivation. Das war ein Spiel, mit allem was dazu gehört“, so der TSV-Coach. „Gladbach hatte Pech bei den nicht gegebenen Elfmetern. Das bestätigten mir sogar eingefleischte Bayern-Fans direkt per WhatsApp. Allerdings hat Yann Sommer auch super gehalten, das 1:1 geht in Ordnung. Unser 3:3 in Nortmoor ärgert mich da schon eher“, sagt Romanowski. „Leider haben wir in der Nachspielzeit den Sieg verdaddelt. Da waren wir nicht konsequent genug und haben nicht gut verteidigt. Das war bei den ersten beiden Gegentoren ähnlich“, sagt Ostrhauderfehns Trainer. Allerdings ist das Glas für ihn nicht halb leer, sondern halb voll. „Wir haben eine tolle Moral bewiesen, haben zwei Mal einen Rückstand aufgeholt und sind sogar in Führung gegangen. Dass wir die zwei Punkte noch verlieren, ist ärgerlich, wir nehmen aber das Positive mit“, sagt Romanowski.