Haselünne

Berentzen-Vorstand: „Werden nach Corona schnell wieder wachsen“

Nina Kallmeier
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Von Nina Kallmeier
| 11.08.2021 11:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
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Berentzen-Vorstand Oliver Schwegmann schaut optimistisch in die Zukunft. Auch, wenn die Pandemie weiter das Geschäft beeinflusst, sieht er die Entwicklung positiv. Unter anderem das Geschäft mit MioMio und Premiumspirituosen wächst.

Nicht euphorisch, aber vorsichtig optimistisch schaut Berentzen-Vorstand Oliver Schwegmann nach dem ersten Halbjahr 2021 auf die Zukunft des Unternehmens. Die Vorzeichen stünden auch Wachstum, der weitere Verlauf der Pandemie und mögliche weitere politische Maßnahmen würden jedoch weiterhin wie ein Damoklesschwert über den nächsten Monaten hängen.

Insgesamt 67,7 Millionen Euro Umsatz hat das Traditionsunternehmen aus dem Emsland im ersten Halbjahr verzeichnet - 7,9 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Großereignisse wie Karneval - ein für die Markenspirituosen der Haselünner relevantes Event - sind auch in diesem Jahr ausgefallen. Auch die Gastronomie blieb im ersten Quartal geschlossen. Das hat zum Umsatzminus beigetragen.

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Weniger Umsatz, dafür profitabler

Der Grund für den Umsatzrückgang liegt allerdings nicht alleine in der Pandemie. „Seit Ende März sind wir nicht mehr als Lohnfüller für Pepsi tätig. Den Effekt herausgerechnet liegt das Umsatzminus bei weniger als 3 Prozent“, so Schwegmann.

Der Blick auf das Betriebsergebnis gibt dem Berentzen-Vorstand Grund zur Freude: Das Unternehmen ist profitabler unterwegs als im vergangenen Jahr. Das Betriebsergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) lag in den ersten sechs Monaten bei 2,6 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum 2,1 Millionen), das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) bei 7,1 Millionen Euro (Vorjahr: 6,4 Millionen).

Die Unternehmensgruppe sei also solide aufgestellt, so Schwegmann. Das stimmt den Berentzen-Vorstand für das zweite Halbjahr optimistisch. Zumal die eigenen Marken des Unternehmens - allen voran Mio Mio - trotz einem Minus in der Gesamtbetrachtung auch im ersten Halbjahr zulegen konnten. „Obwohl wir bereits ein hohes Umsatzniveau erreicht hatten, konnten wir im ersten Geschäftshalbjahr ein weiteres Umsatzplus von 14 Prozent erzielen“, sagt Schwegmann. Hier dürfte unter anderem der Fokus auf einen Verkauf auch im Süden Deutschlands eine Rolle spielen. Insgesamt erzielten alkoholfreie Getränke im ersten Halbjahr einen Umsatz von 26,4 Millionen Euro.

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Umsatzanteil alkoholfreier Getränke soll wieder steigen

Der deutlich größere Teil - 41,3 Millionen - entfallen nach wie vor auf alkoholische Getränke. Hier habe sich das Geschäft mit Premiummarkenspirituosen sowie höherwertigen Handelsmarkenspirituosen im ersten Halbjahr deutlich positiv entwickelt, so der Berentzen-Vorstand. „Wir gehen aber davon aus, dass der Umsatzanteil alkoholfreier Getränke gerade durch das überproportionale Wachstum von Mio Mio wieder steigt.“

Am schwierigsten bleibt laut Schwegmann in der Pandemie das Geschäft mit Saftpressen. In Hotels, Restaurants, Cafés oder auch im Handel werde aktuell noch weniger investiert. „Wir rechnen aber damit, dass die Umsätze nach der Pandemie wieder anziehen.“

Wachstumskurs nach Corona-Pandemie in Aussicht

Insgesamt ist Oliver Schwegmann mit der Entwicklung des Unternehmens in der Pandemie zufrieden, jedes Quartal sei profitabel gewesen, sagt er. Für das Geschäftsjahr 2021 rechnet Berentzen weiterhin mit einem Konzernumsatz zwischen 152 und 158 Millionen Euro. Viel hängt laut Schwegmann davon ab, wie sich der Herbst im Hinblick auf die Pandemie entwickelt. „Es ist schwer vorherzusehen, wie normal das öffentliche Leben laufen wird. Wir sind aber optimistisch, dass es keinen so harten Lockdown wie im vergangenen Jahr geben wird.“

Insgesamt sieht Schwegmann die Corona-Pandemie nur als „temporäre Unterbrechung unseres Wachstumspfades“. Die Wiedereröffnung habe gezeigt, dass die Produkte aus dem Hause Berentzen schnell wieder gefragt seien. „Wir gehen nicht davon aus, dass es einen nachhaltigen Rückgang im Konsum geben wird. Daher rechnen wir unmittelbar nach der Pandemie damit, wieder zu wachsen.“

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