GA-Serie: „Das Dorfleben und das Virus“
Glansdorfer Vereine bleiben optimistisch
„Das Dorfleben und das Virus“ heißt eine Artikelserie, die der GA seinen Lesern zurzeit bietet. Menschen aus 30 Dörfern schildern, was Corona in ihrem Ort verändert hat. Dieses Mal: Glansdorf.
Glansdorf - In Glansdorf wird mit Hoffnung nach vorne geschaut: Auf die Zeit nach den Corona-Lockdowns. Der Schützenverein Glansdorf und der Bogensportverein Glansdorf freuen sich darauf, hoffentlich bald wieder Turniere veranstalten zu können. Der Brieftaubenverein „Sturmvogel“ Glansdorf hofft, dass Preisflüge weiterhin stattfinden. Doch wie bei vielen anderen Vereinen hat sich auch bei diesen dreien durch die Corona-Pandemie der Vereinsalltag verändert.
Silvia Meinders, 2. Vorsitzende des Schützenvereins Glansdorf, erinnert sich, dass der Verein sich nur zaghaft an die Planung seines neuen Vereinshauses in Glansdorf gewagt habe. „Es war durch Corona nicht sicher, ob es zu Materialmangel kommen würde“, schildert sie. „Sich nicht mit dem Vorstand und der Baufirma ‚mal eben‘ zusammensetzen zu können, war schwierig.“ Doch der Schützenverein hatte Glück. Der Bau seines Vereinsheims wurde durch die Pandemie nicht wirklich verzögert und den Materialengpässen seien sie glücklicherweise auch entgangen, schildert die 42-jährige Glansdorferin. Nun ist das Vereinsheim seit einigen Wochen fertig und wartet auf seine Einweihung.
Licht am Horizont
„Der Schützenverein hatte zehn Jahre lang kein Vereinshaus, da ist das jetzt eine große Sache für uns“, freut sich Silvia Meinders. Eine Einweihungsfeier ist für Sonnabend, 14. August, geplant – mit allen Mitgliedern des Schützenvereins. Nachmittags stehen die Türen auch für neugierige Gäste offen. „Wir müssen die Chance für eine Feier nutzen, da die Infektionszahlen im Moment niedrig sind“, sagt die Vorsitzende des Vereins. „Jetzt, wo auch das Training wieder losgeht, können wir die Früchte unserer Geduld ernten.“ Sie hat beobachtet, dass der Bau des Vereinsheims dem Schützenverein kräftigen Auftrieb gegeben habe.
„Im letzten Jahr mussten die meisten Veranstaltungen, die wir mit dem Verein ansonsten unternommen hätten, ausfallen“, bedauert Silvia Meinders. „Wir hatten sonst immer eine gemeinsame Weihnachtsfeier, die aber letztes Jahr coronabedingt abgesagt wurde. Genauso wie das Boßeln, Grillfeste und nicht zuletzt auch das Schützenfest mit dem Festumzug durchs Dorf.“ Dies sei besonders bedauerlich für die Schützen gewesen. Aber es gäbe Licht am Horizont: Der Verein habe schon wieder Schnupperstunden mit Übungsschießen für Kinder ausrichten können. Ein paar neue Mitglieder habe er auch gewinnen können, erzählt die zweite Vorsitzende.
Gemeinsam macht das Training mehr Spaß
Eine langsam wieder steigende Resonanz beim Training beobachtet auch Jan-Eike van Mark, Schriftführer des Bogensportvereins Glansdorf. „Mittlerweile sehen wir beim Training peu-à-peu neue Gesichter“, freut sich der 31-Jährige. „Zum Glück trainieren wir unter freiem Himmel, so dass dies bereits seit ein paar Monaten wieder möglich ist. Mit anderen zusammen macht das Training definitiv mehr Spaß.“ Während des Lockdowns habe der Austausch mit den anderen Vereinsmitgliedern spürbar gefehlt, doch Sorge um den Fortbestand der Glansdorfer Bogensportler habe es nicht wirklich gegeben, so Jan-Eike van Mark. „Manche unserer Mitglieder sind so mit dem Verein verwurzelt, dass der Zusammenhalt durch die Corona-Zeit hindurch auf jeden Fall gegeben war.“ Nur bei Wettkämpfen halte sich der Bogensportverein noch vorsichtig zurück, falls es wieder zu Einschränkungen kommt.
Tauben konnten weiterhin fliegen
Oskar Wilken, der Vorsitzende des Brieftaubenvereins „Sturmvogel“ Glansdorf, blickt zufrieden auf die vergangenen eineinhalb Corona-Jahre zurück. „Wir konnten unsere Tauben weiterhin kleinere Regionalflüge fliegen lassen“, sagt der 70-Jährige. Nur der größte Flug quer durch Deutschland, von Meppen bis nach Basel, musste nun schon zum zweiten Mal ausfallen. „Das war aber nicht Corona geschuldet, sondern dem schlechten Wetter“, erklärt er. In den ersten Wochen des Lockdowns sei der Brieftaubenverein vorsichtig gewesen. „Wir haben mit den Flügen weitergemacht, nachdem ein gutes Hygienekonzept an den Einsatzstellen entwickelt worden war“, schildert Oskar Wilken. „Die Taubenklinik in Essen war die ganze Lockdown-Zeit über offen, das war eine große Erleichterung.“ Und es scheint vielversprechend mit den Brieftauben weiter zu gehen: „Letztes Jahr konnten insgesamt nur zehn Preisflüge stattfinden, dieses Jahr waren es allein bis August schon 13“, freut sich der Vorsitzende des Brieftaubenvereins.
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