Osnabrück

Armin Mueller-Stahl, unser Mann in Hollywood

Tobias Sunderdiek
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Von Tobias Sunderdiek
| 01.08.2021 15:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
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Er bricht als Schauspieler mit Klischees und reißt Grenzen ein: Armin Mueller-Stahl hat es sogar zu einer Oscar-Nominierung geschafft, und beweist auch sonst Talent auf anderen Gebieten.

Wollte man das Leben von Armin Mueller-Stahl verfilmen, wäre es ein toller Filmstoff - voller Dramatik und doch mit einem Happy End. Dabei sah es zunächst gar nicht so für den jetzt 90-Jährigen gut aus. Als Flüchtling und Halbwaise waren seine ersten Schauspielversuche wenig erfolgreich. Doch dann begann die Karriere, und Mueller-Stahl wurde mit Klassikern wie „Nackt unter Wölfen“ zum Film- und TV-Star in der DDR . Als er sich jedoch 1976 gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns wandte, kam der es zum Bruch mit dem Ost-Regime. Mit Frau und Sohn siedelte er in die Bundesrepublik über, wo er 1981 sogleich von Rainer Werner Fassbinder für „Lola“ (um 20.15 Uhr auf Arte) entdeckt wurde. Und damit nicht genug: Mit 60 bekam Mueller-Stahl den berühmten Anruf aus Hollywood. Seitdem glänzt er auch in Filmen wie Jim Jarmuschs  „Night on Earth“ (1991), wo er einen Immigranten in New York spielte. Und für seine Rolle in „Shine“ (1996) erhielt er gar eine Oscar-Nominierung. Von der engen DDR über Westdeutschland in die Weite der USA: Diese Doku zeichnet das bewegte Leben des Ausnahmetalents ebenso nach, wie  auch als Musiker und Maler zeigt. Eine ungewöhnliche Karriere voller biographischer Umbrüche - und ein spannendes Künstlerleben.

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Arte, Montag, 2.8., 22.05 Uhr: „Armin Mueller-Stahl. Ein Gaukler in Hollywood“ (bis 31.8. in der Mediathek)

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