Kriminalität

Leeraner Schleuser-Bande: Ermittler werten Beweisstücke aus

| | 01.08.2021 17:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Bundespolizei hatte mehrere Gebäude in Leer durchsucht. Archivfoto: Loger
Die Bundespolizei hatte mehrere Gebäude in Leer durchsucht. Archivfoto: Loger
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Bis zu 10.000 Euro sollen elf Syrer in Leer pro Person kassiert haben, die sie illegal nach Deutschland holten. Der mutmaßliche Kopf des Rings sitzt in Untersuchungshaft.

Leer - Nach dem Ausheben einer Leeraner Schleuser-Bande vor gut zwei Wochen sind die Beamten der Bundespolizei derzeit dabei, Beweisstücke zu analysieren. „Die Auswertung der gesicherten Beweismittel läuft im vollen Umfang“, teilt auf Nachfrage Marion Groenewold, Pressesprecherin der Bundespolizei in Bad Bentheim, mit. Wie viele Personen genau von den Syrern geschleust worden sind und wie viel Geld die mutmaßlichen Täter damit gemacht haben, sei „aktuell nicht zu beziffern“. Groenewolds Kollege Ralf Löning hatte unmittelbar nach den Razzien unserer Redaktion gesagt, dass die Schleuser bis zu 10.000 Euro pro Person verlangt hätten. Insgesamt seien 20 „Schleusungshandlungen bekannt“ – bei denen aber auch jeweils mehr als eine Person über die Grenzen gebracht worden sein könne.

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Am 14. Juli hatten 260 Einsatzkräfte an neun Orten in Leer und an jeweils einem Ort in Moormerland und im rheinland-pfälzischen Schweich zugeschlagen. Im Fokus stand der 34 Jahre alte mutmaßliche Kopf der Schleuser-Bande, der den Ring mit zehn weiteren Syrern betrieben haben soll. Der 34-Jährige war festgenommen worden. Es könne mitgeteilt werden, „dass sich der Hauptbeschuldigte weiterhin in Untersuchungshaft befindet“, so Groenewold jetzt. Die anderen zehn Beschuldigten waren von Beamten der Bundespolizei zwar befragt, aber dann wieder auf freien Fuß gesetzt worden. „Weitere Tatverdächtige befinden sich nicht in Haft“, bestätigt die Pressesprecherin erneut.

Weitere Angaben, beispielsweise zu Erkenntnissen aus den Beweismitteln, macht Groenewold auf Nachfrage nicht – „aus ermittlungstaktischen Gründen“, wie die Pressesprecherin mitteilt. Auch die Staatsanwaltschaft Aurich gibt keine weiteren Informationen heraus. „Die Akten sind bei der Polizei, die diese bearbeitet“, sagt die stellvertretende Pressesprecherin Daja Rogga. Bekannt ist allerdings, dass die Schleuser-Bande nicht nur Menschen nach Deutschland geholt haben soll, sondern auch in die Niederlande und andere europäische Länder – zum Beispiel über die Balkan-Route.

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