Ermittlungen
Vergewaltigung in Leer: Schlagzeilen teilweise unkorrekt
Der Fall macht bundesweit Schlagzeilen: Drei junge Männer sollen in Leer eine Jugendliche vergewaltigt haben. Es wird ermittelt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft kursieren Falschmeldungen.
Leer - Bundesweit berichten Medien darüber: Es soll in Leer Freitagnacht in einer Privatwohnung in der Leeraner Südstadt zu einer Vergewaltigung gekommen sein, wie die Polizei und die Staatsanwaltschaft am Montag in einer gemeinsamen Pressemitteilung schrieben. Die drei Männer im Alter von 18, 20 und 21 seien am Sonnabendmorgen festgenommen und am Sonntag dem Haftrichter vorgeführt worden. Die angeordnete U-Haft wurde zunächst gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt. Doch am Dienstagabend informierten Polizei und Staatsanwaltschaft in einer weiteren Pressemitteilung: „Auf Beschwerde der Staatsanwaltschaft Aurich wurden die Haftbefehle gegen die drei Beschuldigten durch das Amtsgericht Leer am Nachmittag wieder in Vollzug gesetzt.“ Polizisten hätten sie im Laufe des Tages wieder festgenommen.
Am Dienstag wurde von der Polizei bestätigt, dass es sich bei den mutmaßlichen Tätern um zwei Syrer und einen Iraker handelt. „Ob diese sich kannten, das Opfer kannten, ob sie schon einmal straffällig geworden sind oder irgendwelche anderen Details haben wir nicht veröffentlicht und werden es auch nicht tun“, sagt Frauke Bruhns, Sprecherin der Polizei. Spekulationen gebe es allerdings viele, das sei natürlich auch der Polizei nicht entgangen. „Es gab viele Medienanfragen, bei denen wir aber immer auf die Pressemitteilung verwiesen haben. Und dabei ist es auch geblieben.“
Staatsanwaltschaft widerspricht Medienberichten
Weitere Details zur Tat und den beteiligten Personen wurden aus Opferschutz- und ermittlungstaktischen Gründen nicht mitgeteilt – und daran habe sich nichts geändert, teilen Polizei wie auch Staatsanwaltschaft mit. Nicht nur Spekulationen, auch Falschmeldungen kursierten derzeit: „Das Alter des Opfers, das überall verbreitet wird, ist schlicht falsch. Weitere Angaben dazu werde ich allerdings nicht machen“, sagt Jan Wilken, Sprecher der Staatsanwaltschaft Aurich. Er berichtet, dass es viele Anfragen aus dem Bundesgebiet zum sexuellen Übergriff gegeben habe: „Es wurden aber keine weiteren Informationen herausgegeben.“
Medien berichten, dass von Seiten der Staatsanwaltschaft weitere Details zur Tat mitgeteilt worden seien. Dem widerspricht Wilken. Er vermutet vielmehr, dass die Details aus dem Sachverhalt abgeleitet worden sein könnten: „Wenn mehrere Personen in eine Vergewaltigung involviert sind, ist es generell zutreffend, dass es sich um einen schweren Fall der Vergewaltigung handelt. Auch die Tateinheit mit einer Körperverletzung, von der zu lesen ist, ist unter den Umständen anzunehmen. Herausgegeben worden sind zu diesem speziellen Fall aber keinerlei Informationen.“