Polizei
Jugendliche soll vergewaltigt worden sein: Drei Festnahmen
Wie die Polizei mitteilt, sind drei Heranwachsende beziehungsweise junge Erwachsene festgenommen worden. Sie sollen eine Jugendliche in einer Wohnung in der Südstadt in Leer vergewaltigt haben.
Leer - In der Nacht zu Sonnabend soll eine Jugendliche in einer Wohnung in der Leeraner Südstadt vergewaltigt worden sein. Polizei und Staatsanwaltschaft schreiben in einer gemeinsamen Pressemitteilung von einem „sexuellen Übergriff“. Es wurde ein Ermittlungsverfahren gegen drei junge Männer im Alter von 18, 20 und 21 Jahren eingeleitet. Diese seien am Sonnabendmorgen festgenommen und am Sonntag einem Haftrichter vorgeführt worden.
„Es ist ein Haftbefehl für alle drei Männer ausgestellt worden. Dieser ist gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt worden“, sagt Jan Wilken, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft in Aurich, auf Nachfrage. Zu der Tat und den weiteren Ermittlungen gaben weder die Polizei noch die Staatsanwaltschaft Aurich „aus ermittlungstaktischen Gründen“ Auskünfte.
Persönlichkeitsrechte schützen
Beide Behörden bitten ausdrücklich darum, die Persönlichkeitsrechte der Beteiligten und ihres Umfeldes zu wahren. „Man muss sich vor Augen führen, dass Leer eine kleine Stadt ist“, erklärt dazu Polizeisprecherin Frauke Bruhns. Die Bürgerinnen und Bürger würden sich untereinander häufig gut kennen. Man wolle unter allen Umständen verhindern, dass Rückschlüsse gerade auf die Betroffene gezogen werden könnten. „Wir halten uns immer bei Betroffenen aus gutem Grund sehr bedeckt. Sie sind ohnehin die Leidtragenden. Wenn öffentlich oder in ihrem privaten Umfeld zu viel bekannt wird, kann das weitere negative Folgen für sie haben. Sekundäre Viktimisierung nennt sich das“, erklärt Bruhns. Das heißt so viel wie: zum zweiten Mal Opfer werden.
Da es sich um ein laufendes Verfahren handle, wolle man gleichzeitig keine Vorverurteilungen befeuern. „Im Verfahren werden zunächst einmal alle Seiten angehört“, so Bruhns. Der Täterschutz habe in diesem Fall einen besonders hohen Stellenwert, da es sich bei den mutmaßlichen Tätern um Heranwachsende und junge Erwachsene handele. „Da sollte man nicht zuletzt auch an die Angehörigen der mutmaßlichen Täter denken. Schnell werden sie verbal attackiert oder angegriffen.“